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Zeit für die Freitagsgesellschaft

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1791: Goethe gründet die sogenannte “Freitagsgesellschaft”. Die Idee dahinter war, “eine gelehrte Gesellschaft” zu errichten, interdisziplinär, neugierig, zwanglos und mit dem Ziel, sich gegenseitig zu inspirieren und aus diesen Inspirationen Nutzen zu ziehen. Zu der Gesellschaft gehörten neben Goethe u.a. Christoph Martin Wieland (einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Aufklärung), Johann Gottfried Herder (Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat beim Herzog von Sachsen-Weimar), der Hofapotheker Wilhelm Sebastian Buchholz und Johann Joachim Bode, Selfmade-Mann, Musiker, Komponist, Übersetzer, Journalist und Freimaurer. Zum Vortrag eingeladen wurden so bedeutende Zeitgenossen wie z.B. der Bildungsreformer Wilhelm von Humbold.

1863: In Berlin wird die “Mittwochsgesellschaft” gegründet als freie Gesellschaft zur wissenschaftlichen Unterhaltung. Begrenzt auf 16 ständige Mitglieder gehörten ihr bis zu ihrem Ende 1944 u.a. Menschen wie der Arzt Ferdinand Sauerbruch, der Philosoph Eduard Spranger, der Physiker Werner Heisenberg oder der Generaloberst Ludwig Beck an. “Die Mitglieder teilten Werte des Humanismus, die sie in der Tradition der abendländisch-christlichen Kultur, der bürgerlichen Aufklärung und der Nähe zur Antike, verwurzelt sahen” (Wikipedia)

1985: Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt lässt die “Freitagsgesellschaft” wieder auferstehen. 25 feste Mitglieder treffen sich regelmäßig zum Austausch über ihr eigenes berufliches Gebiet hinaus in Schmidts Privathaus. Besonderes Augenmerk gilt dabei Themen der Außen- und Weltpolitik. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem der Pianist Justus Frantz, die Filmproduzentin Katharina Trebitsch, der Bankier Max Warburg, die Physiker Hauke Trinks und Reimar Lüst, die Schauspielerin Ursula Lingen, der Schriftsteller Siegfried Lenz und der Manager Manfred Lahnstein. Die dabei entstandenen Vorträge und Diskussionen lassen sich nachlesen bei Helmut Schmidt: Erkundungen – Beiträge zum Verständnis unserer Welt. Protokolle der Freitagsgesellschaft.

Warum solche interdisziplinären “Gesellschaften”? Weil miteinander reden und sich gegenseitig inspirieren eben mehr ist als alle graue und einsam zu sich genommene Theorie. Hier ein Auszug aus Goethes Gründungsrede: “Es ist keinem Zweifel ausgesetzt, daß derjenige, der in Geschäften arbeitet und um des Menschen willen manches unternimmt, auch mit Menschen umgehen, Gleichgesinnte aufsuchen und sich, indem er ihnen nützt, sich auch ihrer zu seinen Zwecken bedienen müsse. Bei Künsten und Wissenschaften hingegen fällt es nicht so sehr in die Augen, dass auch diese der Geselligkeit nicht entbehren können. Die Freunde der Wissenschaft stehen auch oft sehr einzeln und allein, obgleich der ausgebreitete Bücherdruck und die schnelle Circulation aller Kenntnisse ihnen den Mangel von Geselligkeit unmerklich macht. Wir verdanken daher dem Bücherdruck und der Freiheit desselben undenkbar Gutes und einen unübersehbaren Nutzen; aber noch einen größeren Nutzen, der zugleich mit größter Zufriedenheit verknüpft ist, danken wir dem lebendigen Umgang mit unterrichteten Menschen und der Freimütigkeit dieses Umgangs….”.

2011: Mediaagenturen, Digitalagenturen, PR-Agenturen, SEO-Agenturen, Event-Agenturen, CRM-Agenturen “klassische” Werbeagenturen – jeder ist sich selbst der Nächste. Kommunikation untereinander, lebendiger und freimütiger Umgang unter unterrichteten Menschen? Fehlanzeige. Stattdessen Hauen und Stechen um die vermeintliche Markenführungskompetenz beim Kunden und in den Verbänden. Noch nicht einmal innerhalb der Network-Agenturen und ihren vielen Spezialtöchtern wird wirklich zusammengearbeitet. Stattdessen immer neue vermeintlich integrierte Modelle als “Alles aus einer Hand”-Leistungsversprechen an den Kunden, meist schnell entlarvt als der banale Versuch, sich möglichst viel vom großen Marketingkuchen abzuschneiden.

Und auf Kundenseite? Silos sind die Regel, sie niederzureißen die Ausnahme. Wohin (und wem) gehört z.B. das Thema Social Media? Dem Marketing, der PR oder gar HR? Oder doch gleich eine strategisch eigenständige Einheit, die alle diese “Abteilungen” mit digitalen Ansätzen durchdringt? Die Antworten darauf sind vielfältig und fast alle mit ziemlichem internen Konfliktpotential verbunden. Diskutiert wird darüber allerdings meist intern und nicht mit den Agenturen. Denen traut man sachdienliche Hinweise immer weniger zu. Vom Vertrauen in die sogenannte “integrierte” Leistungsfähigkeit ihrer kommunikativen Dienstleister ganz zu schweigen.

Nur: Wenn wir nicht lernen, unser jeweiliges Spezialwissen zum Wohl der uns anvertrauten Marken mit dem Fachwissen anderer zu verbinden, uns auszutauschen und uns gegenseitig zu inspirieren bei der Aufgabe, Marken erfolgreich mitzugestalten, verlieren erst das Marketing und die Markenführung als wichtiger Beitrag zum Erfolg der uns anvertrauten Marken an Relevanz, dann wir den Respekt unserer Kunden und dann deren Etats. Denn Markenführung in digitalen Zeiten verlangt heute mehr denn je nach umfassender Expertise, immer wieder neuen Ansätzen und neuen Strategien. Höchste Zeit also, mal über eine Freitagsgesellschaft in Sachen Markenführung nachzudenken. Unter Einbeziehung der Kunden. Oder?

47 Kommentare

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Nico Lumma

22.07.2011 20:32 Antworten

hmm, von der Freitagsgesellschaft hin zu einem Runden Tisch aller beteiligten Agenturen, die für eine Marke arbeiten? Da geht irgendwie einiges von dem Anspruch verloren, oder?Aber ich gebe Dir völlig recht, der eigentliche Fokus geht bei dem Zusammen"spiel" vieler Akteure gerne verloren. Spannend wäre allerdings in der Tat eine Freitagsgesellschaft, die sich mal wirklich mit den Veränderungen auseinandersetzt und nicht mit dem Beharren auf dem Status Quo.

Cornelia Ulrich

20.07.2011 09:45 Antworten

Bla bla bla..der Wunsch nach Zusammengehörigkeit meldet sich dann am heftigsten, wenn man einsam an der Spitze steht.Die Idee ist gut, ein Miteinander zu schaffen. Dazu gehört entweder Fachwissen oder ein ausgeglichenes Gemüt.Neugierde und Kreativität von Haus aus. Das Interesse zum Denken und ! zum Handeln ;) Relevante Themen gelassen zu diskutieren, ist wohl die eigentliche Hürde.Besitzdenken vs. Opensource ist eine Wesensfrage.Ist nun mal mein Job vs. ganzheitlichen Enthusiasmus. Mal was anderes od. fangen wir gleich mal an..Besessen für eine Marke.Ist es nicht Zeit, ein anderes Wort od. zumindest den Begriff "Marke"mal zu entlasten und diesen Wert einer Marke neu zu überdenken..nicht und nichts gegen "Marke" Markenfilm, Markenprodukt, bla bla bla.Das Wort an sich "Marke" ist so alt.

alexander Wallasch

20.07.2011 07:18 Antworten

ja, eine Wahnsinn-Botschaft. "Den Kreis der Diskutanten erweitern" Ich flipp aus. Eine Offenbarung. Überlegt zunächst mal, warum man ihn zunächst klein hält.

hubertus von lobenstein

20.07.2011 07:04 Antworten

@Fritz: Du hast völlig recht mit deinem Hinweis, den Kreis der "Diskutanten" zu erweitern völlig recht. War auch meine Intention, ist allerdings offensichtlich nicht deutlich geworden…Insofern vielen Dank für den Input!!

Alexander Wallasch

19.07.2011 20:07 Antworten

ja eben, warum nicht den Bäclker, der morgens diese wunderschön knusprigen Brötchen backt mit zum nächsten Pitch nehmen? Dann rauschen die Auftrage ganz sicher rein wie "warme Semmeln" ..

Fritz Iversen

19.07.2011 19:33 Antworten

Ja, ich weiß gar nicht, warum du "Schlachter" als Parallelfall siehst. Ich wollte vor allem daran erinnern "dass es zentral immer um ‘den menschlichen Faktor’ geht." Sofern ein Fachfremder versteht (und das ist mehr als nur "kapieren"), warum die Menschen tun, was sie tun, kann es meinetwegen auch ein Schlachter sein. Geisteswissenschaftler sind nicht unbedingt prädestiniert, oft sind es ja auch nur Holzklotz-Derivate und Hornochsen, unter Schriftstellern findet man gelegentlich schon welche, die sich mit dem Menschen besser auskennen als ein durchschnittlicher Planner. Vor einiger Zeit habe ich ein Gespräch mit Sloterdijk im TV gesehen und mir fiel auf, wie viel mehr soziale Schattierungen und Bewusstseinsschichtungen Sloterdijk en passant skizziert, die für einen Produktmanager oder Werbeoffizier sicherlich relevant wären, aber die einfach völlig ausßerhalb ihres Blickwinkels, vielleicht auch außerhalb Ihrer Auffassungsabe liegen. Ist ja auch egal, es ging mir – ergänzungshalber – doch nur um eins: Wenn schon den Horizont öffnen, warum dann nur bis zur Verwandtschaft ein Haus weiter?

Alexander Wallasch

19.07.2011 18:57 Antworten

hmm, Fritz, das hieße ja, und ich wiederhole mich gerne: Das der Schlachter also grundsätzlich das Potenzial zu allem hätte. Das ist schlicht zu simple und Krämerladenphilosophie, denn die Erkenntnis, dass der Blick von außen manchmal recht hilfreich ist (Betriebsblindheit) ist nun alles andere als eine bahnbrechend neue Erkenntnis.

Fritz Iversen

19.07.2011 18:52 Antworten

Was in dem Interview gesagt wurde, hat haargenau mit dem zu tun, was Hubertus hier auf den Tisch bringt, nämlich dass jenseits des Tunnelblicks ein sehr fruchtbares Denken und Sehen beginnt. Wörtlich: "Geisteswissenschaftler sind in der Maschinenbaubranche selten. Ist es ein Nachteil, als Chef kein Ingenieur zu sein?Warum sollte es? Zur Führung eines Unternehmens braucht man vor allem Persönlichkeit, Begeisterungsfähigkeit, Entscheidungskraft und Veränderungsbereitschaft. Nehmen Sie die Literatur. Da geht es um all die menschlichen Fragen, die auch im Wirtschaftsleben eine Rolle spielen: Menschen wollen sich profilieren und sehnen sich nach Anerkennung. Die einen sind entscheidungsschwach, andere entscheidungsstark. Und so weiter. Sie werden lachen, wenn Sie sehen, mit wie vielen Konstellationen Sie im unternehmerischen Alltag konfrontiert werden, die Sie aus manchem Werk der Weltliteratur kennen. Es ist also kein Nachteil, Literaturwissenschaftler zu sein. Und wenn ich ein technisches Problem nicht verstehe, kann ich ja fragen.Wünschen Sie sich mehr Geisteswissenschaftler in deutschen Chefetagen?Ja! Ganz klar. Weil sie einfach andere Ansätze haben, anders fragen. Ich hielte das für eine große Bereicherung der Unternehmenskultur."

Alexander Wallasch

19.07.2011 17:01 Antworten

Die Sache mit Nicola Leibinger-Kammüller ging etwas anders, Sie wurde von der FR "genötigt", sich als Literaturwissenschaftlerin für ihren Job als geeignet zu erklären. Und erklrärte dann sinngemäß, das es Konstellationen gibt in Unternehmen, die sie an Konstellation in Werken der Weltliteratur erinnern. Ebenso hätte ein Schlachter erklären können, das ihn das menschliche Zusammenleben an die Verteilung von Schinken, Eisbein und Filet in der Schweinehälfte erinnert. Es war also nichts weiter, als eine charmante Petitesse.

Fritz Iversen

19.07.2011 16:49 Antworten

"Mediaagenturen, Digitalagenturen, PR-Agenturen, SEO-Agenturen, Event-Agenturen, CRM-Agenturen, klassische” Werbeagenturen" scharen sich nicht nur um den gleichen Fressnapf, sondern sind auch ein homogenes Millieu wie der Musikantenstadel. Das ist eine Familie mit den weitgehend den gleichen Genen, so läuft es auf geistige Inzucht hinaus. Wenn du schon Komplexität durch Heterogenität der Blickwinkel kurieren willst (fragt sich, ob das geht oder ob das nicht zu einem höheren Verwirrungslevel führt), dann musst du schon etwas radikaler herangehen und z.B. Leute aus den Verlagen hinzunehmen, von t-online, United Internet, Google oder Facebook (die haben aber in D glaube ich nur Verkaufstrupps, keine Fachleute), dann vor allem auch Leute aus den relevanten Wissenschaftsgebieten (z.B. Marketing, Medienwissenschaft, Soziologie, Neurologie/Psychologie), Markt- und Mediaforscher und sicherlich nicht zuletzt musst du dir natürlich die hellsten Köpfe von Seiten der Kunden hinzuholen, von denen du den Eindruck hast, dass sie sich halbwegs auf der Höhe der "Neuen Komplexität" befinden. Und dann noch ein paar fachfremde Menschen druntermischen … gerade diese Woche gelesen das Gespräch mit Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller, ihres Zeichens Literaturwissenschaftlerin und Vorstandsvorsitzende einer der großen deutschen Maschinebauunternehmen (Trumpf), etc. sehr erfolgreich, die sinngemäß sagte, man könne viele Probleme in einem Unternehmen aus Kenntnis der europäischen Literatur heraus lösen, denn damit hätte man einen tiefen Einblick in Motive und Handlungsweisen von Menschen. Durchaus interessant, nicht nur weil sich da der eingangs genannte Goethe wider angesprochen fühlt, sondern weil sich die ganze Komplexität relativ gut vereinfachen lässt, wenn man die Technik eine Stufe zurücksetzt und sich daran erinnert, dass es zentral immer um "den menschlichen Faktor" geht. "Menschen verstehen Menschen" … das führt weiter als sich mit den Menschen-Überlistern auseinanderzusetzen, prototypisch sind da die SEO-Agenturen am Werk, einige Werbeagenturen, und auch Deutschlands namhafteste, kriegen das gedanklich auch nicht mehr sauber geregelt, wobei die ja die Überlistung zu ihrem "philosophischen" Knackpunkt gemacht haben – da landet man dann automatisch irgendwann auch tief unter dem Bauch des Pferds. IMHO.

Alexander Wallasch

19.07.2011 16:19 Antworten

Sorry, aber habe ich hier einen anderen Artikel gelesen? Geht es hier nun um den Vorschlag eines Tête-à-tête unter potentiellen Konkurrenten oder nicht? Das Entscheidene bitte schön ist doch hier der Begriff "interdisziplinär". Gibt das überhaupt noch, wo doch jeder jederzeit gefreelanct werden kann und dann jede Agentur einfach alles "drauf haben" möchte und oftmals sogar muss, wenn sie nicht längst alles unter einem Dach anbietet?

Sandor Rozsa

19.07.2011 15:38 Antworten

Finde ich höchst spannend! Kurioser Weise ist es eine Idee die ich ab September anfangen wollte mit Leben zu füllen. Das solche Ideen in der heutiger Zeit Bestand haben und sogar gut angenommen werden, haben wir erst vor ein Paar Tagen mit meinem Joint-Venture Partner für die Immobilienbranche, Herr Olaf Hütten, zum zweiten Mal bewiesen (wenngleich unsere Veranstaltungen nicht so häufig stattfinden). Die Veranstaltung fand unter dem Motto „Speakers Corner“ statt, wo Gäste und Gastgeber in 1 bis 5 Minuten – kurz, knackig und kompetent – zum Thema Real Estate im engeren sowie auch weiteren Sinne referieren konnten. Eingeladen waren Kunden, Kumpels, Kreative. Ein kurzer Blogbeitrag dazu findet sich auf http://www.huetten-real-solutions.de. Und ja: was die Anwesenden anbetrifft, waren es die Mischung aus Ungezwungenheit und die professionelle Durchmischung der unterschiedlichsten Real Estate Bereiche was die Faszination und die Akzeptanz ausübte.So etwas noch interdisziplinärer, angereichert mit Kunden und Kollegen auf den Weg zu bringen wäre eine großartige Idee die ich gerne unterstützen würde.Bin also nach der bestnew18-1 mit neuen Räumlichkeiten in Köln, neue Firma dahinter und neuer Kraft zu allen Schandtaten bereit.@hubertus: in der Politik wähle ich alle 4 Jahre in der Hoffnung, das ich etwas ändere. In meinem Beruf mache ich das jeden Tag – für mich und für meine Kunden. Nur ist hier die Hoffnung etwas zu ändern weniger unbegründet als bei einer Bundestagswahl. Also persönlich relevant: goddammit – YES! :-) @ Thomas Koch: habe ich eigentlich nach der Jurysitzung am 14. "tschö" gesagt? Wenn nicht: sorry!

Thomas Koch

19.07.2011 14:07 Antworten

Ich denke, man kann das Problem der sog. Kommunikationsagenturen, die nicht miteinander kommunizieren, nicht besser umreißen. Und natürlich ist es nur unter Einbeziehung der Kunden lösbar. Wenn sie es denn wirklich wollen. Übrigens, übernächsten Freitag kann ich…

Alexander Wallasch

19.07.2011 12:11 Antworten

Ok! Aber es klang hier weniger nach kompetente Freelancer/ bzw. genrefremde Dienste mit ins Boot holen, denn nach einer Allianz der Agenturen: Dahin meine Kritik. Und warum den Löwen zum Kätzchen degradieren? Aber ich denke wir sind uns einig, das Folgendes dann doch eine andere Qualität hätte, oder? —> Etwas ganz anderes wäre es doch zweifelsohne, wenn sich beispielsweise alle Sportschuh-Produzenten Freitags an den gemeinsamen Tisch setzten (gerne auch via skype ;) ) und beschließen: ja, wir lassen nur noch zu diesen Mindestlöhnen prod. , wir verwenden nur noch dieses und jenes Umweltfreundl. Material usw. usf. … Das würde mich dann ehrlich beeindrucken. Und wäre eine Form der Absprache, die über den Preis deutlich hinausgehen würde ;)

hubertus von lobenstein

19.07.2011 12:05 Antworten

@Alex:Warum immer gesellschaftlich relevant? Mir ist das in diesem Fall persönlich relevant. Meine berufliche Leidenschaft stecke ich in Marken und den Versuch, sie mehr wert zu machen. Dabei würde ich lieber mit schlauen Experten zusammensitzen und über Fragen diskutieren, auf die ich im Moment für meine Kunden noch keine befriedigenden Antworten habe, statt politische Verteidigungsspielchen u.ä. zu führen. Auch ohne die ist Platz für alle. Außerdem: Markenführung ist eben komplexer geworden. Sehr viel komplexer. Und diese Komplexität für Marken zu verringern mag gesellschaftspolitisch irrelevant sein und dem schnöden Mammon dienen, aber das ist nun mal mein Job. Wenn ich diesen Job besser machen kann, in dem ich von anderen lernen kann, mich inspirieren lassen kann (und umgekehrt meinen Beitrag zu Lösungen leiste), und das am besten auf einer solchen "interdisziplinären, neugierigen und zwanglosen" Plattform möglich ist, dann ist das für mich sehr relevant. Wenn auch alles andere als altruistisch…..

Alexander Wallasch

19.07.2011 11:03 Antworten

Ach ich weiß nicht. Ginge es um gesellschaftlich relevante Themen um zukunftsweisende politische Diskussionen, um den Hunger der Welt, um Umweltschutz. Da herrscht doch Konsens über Zusammenarbeit. Gerne Mo-FR. Und den Sonn- und Feiertag noch dazu. Hier geht es um ein Spiel. Waren verkaufen. Waren bewerben. Marken stylen. Welcher Mehrwert soll da entstehen, wenn alle miteinander arbeiten, als ginge es um die Rettung der Welt? Hier reicht es doch tatsächlich, wenn alle Hyänen bleiben. Es ändert sich im Grundsatz nichts. Waren, die mitunter (!) kein Mensch braucht werden an den mann gebracht. Warum das perfektionieren?

Cornelia Ulrich

19.07.2011 10:17 Antworten

Da hat sich was verschoben,und das ist nicht zu loben.Der Nutzen !Früher galt dies auf intellektueller Ebene.Nicht essbar, doch so erfüllend.Heute nur auf Kommerz ausgelegt.Fressbar und voll (daneben)Solche Entwicklung ist gesellschaftlich.(anerkannt)Wenn der Nutzen doch nur reduziert werden könnte.Auf das Wesentliche, Lustige, Schöne, Interessante.Dies in Gedanken laufen lassen und in Wort & Bild & Ton ausgeben.Ausgeben nicht einkassieren ;)

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