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Was Hänschen gelernt hat, muß Hans entlernen

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Er ist der zweite deutsche Golfspieler nach Bernhard Langer, dem es im letzten Jahr mit dem Gewinn der PGA Championship gelang, ein Major, eines der 4 wichtigsten Golfturniere der Welt zu gewinnen. Er ist der zweite deutsche Golfspieler nach Bernhard Langer, dem es in diesem Frühjahr gelang, die Nr.1 der Weltrangliste zu werden. Und dabei war er der zweitjüngste Golfprofi, der diese Position je innehatte. Nicht nach Bernhard Langer, sondern nach Tiger Woods. Martin Kaymer ist mit seinen 26 Jahren einer der absoluten Stars des Golfsports, auch und nicht zuletzt was Preisgeld und Werbeeinnahmen angeht. Für die Zukunft kann das Motto also nur heißen: Weiter so! Oder?

Kurz nach Erreichen seiner Nr.1-Position kündigte Martin Kaymer in der Presse an, daß er ab sofort an einem veränderten Golfschwung arbeite, um in Zukunft in der Lage zu sein, dem Ball eine völlig veränderte Flugbahn geben zu können. Dazu muss man zunächst wissen, daß der Golfschwung neben der Stabhochsprungtechnik die komplexeste und komplizierteste Sportbewegung überhaupt ist. Sie zu verändern ist etwa so, als ob man als Boxer von der Links- in die Rechtsauslage wechselt. Oder als Fußballer vom Linksfuß auf Rechtsfuß umschult. Es ist nicht nur schwer, sondern mit ungewissen Erfolgsaussichten verbunden und der Gefahr, das Neue nicht zu lernen und dabei auch noch das Alte zu verlernen. Klingt also nicht gerade nach etwas, was man ohne Not angeht. Schon gar nicht, wenn man mit dem alten Schwung gerade die Nr.1 in der Welt geworden ist. Was also bewegte ihn, es trotzdem anzugehen? Fasst man seine Interviews der letzten Wochen zusammen, dann würde seine Antwort vermutlich etwa so lauten: “Ich kann einen aus meiner Sicht “falschen Schwung” so gut, daß er mir im Moment große sportliche Höhepunkte beschert. Um aber die nächsten Jahre kontinuierlich oben mitspielen zu können, Spitzenleistungen auf wirklich jedem Platz abliefern zu können, muß ich den “richtigen” Schwung erlernen”. Dafür nimmt Martin Kaymer zur Zeit schwächere Ergebnisse bewußt in Kauf. Er weiß, das sich sein Mut irgendwann doppelt und dreifach bezahlt machen wird.

Nun ist es, wie wir alle wissen, schon schwer genug, überhaupt etwas so zu erlernen, das man es wirklich beherrscht. Richtig schwierig aber ist es, erst etwas zu “entlernen”, um dann mit demselben Ziel vor Augen einen völlig neuen Weg zu erlernen, es zu erreichen. Denn das Entlernen ist (laut eines interessanten Modells der Harvard Business Review, bzw Tom DeLong) zunächst mit Angst verbunden: Aufgabe von Vertrautheit, Sicherheit, scheinbarem Erfolg. Und nicht etwa der direkte Weg zu einem neuen Erfolgsrezept. Sondern der mühselige Weg über einen Zustand, in dem man sein altes Erfolgsrezept aufgegeben hat, ohne zu wissen, ob der neue Weg klappt. Der Mut zum Neuen wechselt sich im Kopf mit dem Gefühl absoluter Verletzbarkeit ab. War es wirklich richtig, alles zu ändern? Hätte man nicht beim Gewohnten bleiben können? Und erst dann, wenn der Mut gewinnt, kann man sich auf den Weg machen, die vermeintlich richtige Art, sein Ziel zu erreichen, zu erlernen. Um sie am Ende so perfekt zu beherrschen, wie man vorher den vermeintlich falschen Weg beherrscht hat:

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Genau denselben Prozess müssen Marken durchlaufen, wenn sie sich ernsthaft mit den Möglichkeiten von Social Media beschäftigen. Erst kommt die Erkenntnis, das es zwar immer noch darum geht, Marken erfolgreich zu führen, daß es dazu aber notwendig ist, sich auf ganz neue Wege einzulassen, um dies auch in Zukunft so zu tun, daß man die Herzen und Köpfe seiner Audience nachhaltig erreicht. Nicht das Markenwissen muß entlernt werden. Aber die Art, es anzuwenden. Dann kommt die Angst. Bin ich zum Echtzeit-Dialog auf Augenhöhe fähig? Halte ich es aus, meine Marke ein Stück weit aus der Hand zu geben? Wie bleibt sich meine Marke dabei treu, eindeutig erkennbar? Oder vielleicht doch lieber weiter wie bisher? Usw. usw. Dann kommen die ersten Schritte in die neue Richtung, Experimente, Erfahrungen, Fehlschläge. Und dann bildet sich langsam ein neuer Weg heraus, die Marke in eine noch bessere Zukunft zu führen. Aus Experiment wird Wissen, ein neues Erfolgsrezept. Und alles beginnt von vorn…

Genau denselben Prozess müssen gerade wir, die wir nicht als digital natives aufgewachsen sind, durchlaufen, wenn wir uns mit unseren nächsten Jahren
als “Markenkümmerer” beschäftigen. Erst kommt die Erkenntnis, das wir täglich neuen digitalen Herausforderungen begegnen, auf die uns unser bisheriges Berufsleben nicht vorbereitet hat. Herausforderungen, die unsere Vorstellung von erfolgreicher Markenführung ziemlich auf den Prüfstand stellen. Dann kommt die Angst. Schaffe ich das noch? Muß ich wirklich? Komme ich nicht auch ohne dieses ganze Social-Media-Zeug über die Berufsziellinie? Usw. usw. Und dann kommen die ersten Schritte. Und die Erkenntnis, daß jahrelange Erfahrung in Markenführung ganz viel wert sind, wenn man neu lernt, sie anzuwenden. Und das genau in dieser Erfahrung und dem damit besseren Begreifen der Chancen und Möglichkeiten von Social Media das Kapital liegt, auf dem wir die nächsten Jahre aufbauen und uns einen Vorteil verschaffen können.

Ich habe angefangen, meinen Beitrag zur Markenführung zu leisten, als es noch nicht einmal private TV-Sender gab. Damals war eine verkaufte Doppelseite im Stern noch Königsdisziplin. Und keine der Erfahrungen, die ich seither gemacht habe, war umsonst. Denn ich habe immer für das gleiche Ziel gearbeitet: Marken mehr wert machen! Dabei habe ich schon in der Vergangenheit Wege dahin entlernt und neue Wege entdeckt. Und tue dies im Moment jeden Tag. Man muß dazu nur ehrlich mit sich und seinem Wissen umgehen, die Angst, gewohnte Pfade zu verlassen aushalten und sich die Neugier erhalten für neue Chancen. Und dann muß man sich trauen. Und wie Kaymer ein bißchen Geduld mitbringen…..   

 

23 Kommentare

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Daniela Harder

20.06.2011 12:23 Antworten

Als ehemalige Leistungssportlerin im Hochsprung habe ich in meiner späten Kindheit diesen "schmerzlichen" Prozess des Entlernens und Umlernens zu spüren bekommen. Der Umstieg vom Schersprung (den man als junger Athlet zunächst erlernt) zum Fosbury-Flop bedeutet für den Sportler ein technischer Neuanfang, der viel Geduld kostet und den ein oder anderen Rückschlag im Messen mit den Wettbewerbern mit sich bringt. Und dann hängt die Latte irgendwann um einen Quantensprung höher… Für’s Leben gelernt. Und in diesem Artikel wundervoll beschrieben.

Cornelia Ulrich

20.06.2011 11:43 Antworten

Loslassen !Im freien Fall schafft die Neugierdedie Kraft, die es braucht, um zu fliegen.Grundkenntnisse braucht es nur für Start und Landung..

hubertus von lobenstein

20.06.2011 11:37 Antworten

@Benedikt: Danke für das Zitat….;-)

hubertus von lobenstein

20.06.2011 11:36 Antworten

@Michael Konitzer: Kennen wir dieselben Manager? Ich glaube schon…..! Das ist in der Tat eine der gefährlichsten Triebfedern, die Sie da beschreiben.

hubertus von lobenstein

20.06.2011 11:34 Antworten

@Alex: Du hast vollkommen recht! Für mich ist Nein-Sagen ein wichtiger Teil dieses Prozesses. Nein, nicht alles, was ich kann, muß über Bord. Nein, ich muß nicht jeder Mode hinterherlaufen usw. usw.

Michael Konitzer

20.06.2011 11:25 Antworten

Ich erlebe immer noch bei Managern die Haltung des Nach-mir-die-Sintflut. Die Sucht nach einem Renten-Dasein, egal in welchem Alter, verpestet so viele Innovations-Chancen. Entlernen braucht nicht nur Mut, sondern auch eine Portion Altruismus. Nachdem man jahrelang gebuckelt hat und Marotten der Altvorderen ertragen hat, will das manch Manager endlich auch auskosten. Und auf einmal soll das nicht mehr möglich sein? Auch hier gilt es zu "entlernen".

alex

20.06.2011 11:20 Antworten

Mehr noch: Das NEIN ist sogar die Königsdisziplin.

alex

20.06.2011 11:16 Antworten

großartig! – nach schwieriger allerdings als "entlernen" scheint mir ist die Fähigkeit auch mal "Nein" sagen zu können.

Benedikt Schreyer

20.06.2011 11:15 Antworten

Ich kann diesen Mut nur begrüßen, weil ich ihn auch so leben, und danke dir für diesen Artikel, Hubertus. Ich hab mich bei deiner Überschrift sofort an ein Zitat von Karlfried von Dürckheim erinnert, der in etwa gesagt hat: "Was eingefleischt ist, muss wieder entfleischt werden." Das macht nochmal deutlich, dass dieser Prozess durchaus schmerzhaft sein kann und nicht ohne ist, sich hinziehen kann, aber einen Gewinn nach sich zieht, der jenseits aller Vorstellungen ist.

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