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Tod eines Freundes

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Mein Freund Alexander Wallasch ist gestern verstorben. Zumindestens seine Facebook-Präsenz hat gestern Selbstmord begangen: http://von-lobenstein.posterous.com/vermachtnis-eines-facebook-ex . Und ich kann seinen digitalen Freitod verstehen. Jahrgang 64, also kein Digital Native, politisch aktiv, kritisch bis zur Schmerzgrenze hinterfragend, nicht nur am “was”, sondern immer auch am “warum” interessiert – ein Homo Politicus. In seinem Abschiedsbrief schreibt er u.a.: “  Aber das Entscheidenste: Es geht um unsere Daten, es geht um Verwertung von Daten, es geht um Datenschutz, es geht um Auslieferung – und wer das alles zulässt, der stellt Freiheit in Frage. Schlimmer: Er nimmt sich und seinen Kindern die Möglichkeit sich für die Freiheit zu entscheiden! Freiheit ist in ja der Demokratie fest eingebettet. Aber Facebook steht mit der Demokratie auf Kriegsfuß. Facebook ist ein hässliches Kind unserer Zeit. Eine Zeit in der Demokratie kein absoluter Wert mehr ist. Sie in Frage zu stellen ist längst kein Tabu mehr. China und Russland sollen gute “Freunde” bleiben. Und was war mit der Facebook-Revolution? Wer an so einen Medien-Quatsch glaubt, der postet auch Bilder von seinen Katzen im Facebook und wünscht seinen “Freunden” jeden Abend drei Mal hintereinander “Gute Nacht!” und steht dann trotzdem 25 Min. später wieder auf. Einsamkeit. Elend. Traurigkeit. Und das hundertfach gelikt.” 


Klingt konsequent durchdacht. Und schallt als Grundkritik an den Änderungen bei Facebook so und so ähnlich dieser Tage millionenfach durch die Blogosphäre, die Politik, die Medien. Stellvertretend ein Zitat aus der TAZ (http://www.taz.de/t10/Kommentar-Facebook/!78734/): “Möchten wir das? Wollen wir alles jederzeit und überall verfügbar haben, abrufbar und rückverfolgbar? Nicht mehr vergessen können?…. Auch wenn es ein Zerrbild ist: wieviel unseres Lebens möchten wir dem blauweißen Riesen am Ende wirklich in den Rachen werfen? Die Informationen bleiben digital potenziell lebenslang erhalten. Und eine Bewährungszeit, ob wir dort das auch morgen noch für uns Richtige veröffentlichen, gibt es ebensowenig”. Gute Fragen von der TAZ.  Für einen bemüht verantwortungsbewußten Vater dreier Töchter, einen politisch interessierten und aktiven Menschen,  zu alt, um sich von dem ganzen digitalen Hype komplett gefangen nehmen zu lassen, gibt es da nur eine Antwort. Raus aus Facebook. Sofort. Oder?

Mein Freund Alexander Wallasch ist gestern verstorben. Zumindestens seine Facebook-Präsenz hat gestern Selbstmord begangen. Und ich werde ihm trotz seiner guten Argumente dafür nicht nur nicht nachfolgen, sondern weiterhin meine digitale Existenz genießen. Ich gehöre sehr bewußt zu denen, über die Alex verwundert und verzweifelt nach all den Facebook-Änderungen schreibt: “Dennoch: kein Aufschrei, kein panisches Verlassen. Keine plötzliche Erkenntnis. Ein Verhalten wie im stillen Auge einer Massenpsychose. Das Schweigen der Lämmer. Nahezu schmerzfreie Aufgabe von Autonomien, die doch im Laufe des Erwachsenwerdens so mühevoll errungen wurden.” Ich poste, schreibe, kommentiere das, was ich will. Nichts davon will ich für mich behalten. Setzt sich aus den digitalen Lobenstein-Fragmenten irgendwann für irgendjemand ein komplettes Hubertus-Bild zusammen? Na hoffentlich! Denn das hieße, das ich in meinen digitalen Äußerungen ein stimmiges Bild von mir abgegeben habe und Menschen und Marken, die mit mir auf diesen Plattformen kommunizieren wollen dies aus den richtigen Gründen tun. Aufgabe von Autonomie? Für mich weder schmerzfrei noch schmerzhaft. Denn meine Autonomie wird nicht beschränkt, zumindestens empfinde ich es so. Ich kann in meiner kleinen Community willkommen heißen, wen ich will und ablehnen, wen ich will. Auch Marken. Ich kann entscheiden, welche Menschen alles von mir zu sehen bekommen. Und welche nur Ausschnitte.

Natürlich glaube ich nicht alles, was Facebook erzählt. Und natürlich sind meine Daten für Facebook eine Kapitalanlage. Aber bisher war es noch immer so, daß bei groben Facebook-Fouls die digitalen Schiedrichter  da draußen laut genug gepfiffen haben. So auch jetzt wieder. Die Nummer mit den Cookies funktionierte nicht einmal eine Woche lang unbemerkt. Und prompt gelobte Facebook Besserung für die Zukunft, sprich eine technische Lösung des Problems. Im Netz bleibt nichts verborgen. Auch Big Brother Facebook und Big Sister Google können nur bedingt im Trüben fischen. Bis heute zumindestens ist mein Glaube daran ungebrochen daß die Netz-Bürger am Ende für digitale Ordnung sorgen. Genau jene Netz-Bürger, die auf der anderen Seite meine digitale Existenz seit Jahren mit immer neuen Denkanstößen, Diskussionen, Erheiterungen bereichern. Genau die Netzbürger, die ich erst hier im Digitalen getroffen und schätzen gelernt habe. Wie z.B. meinen Freund Alexander.

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Noch einmal zurück zum Verlust der Privatsphäre. Die Wissenschaftlerinnen Danah Boyd und Alice Marwick haben 163 Teenager in den USA zum Thema Privatsphäre befragt und wie sie sie schützen. Zitat aus einem ZEIT-Artikel ( www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/studie-jugendliche-privatsphaere) zur Studie: “Privat sind für sie ihre Gedanken und Gefühle. Selbst das eigene Zimmer wird nicht unbedingt als Rückzugsraum angesehen. Schließlich dringen die Eltern dort immer wieder ein. Allein und damit privat fühlen sich viele Jugendlich laut der Studie daher vor allem dort, wo die Eltern nicht sind”. Deshalb der Sturm in die Netze. Aber eben nicht als Strom digitaler Lemminge in den Überwachungsstaat. Sondern überlegt und klar. Zitat einer Teilnehmerin: “Wir erzählen ja nicht allen jedes Detail unseres Lebens. Wir teilen ihnen nur allgemeine Informationen mit – Namen, Orte, was wir gerne machen.” Und sie vertrauen weniger der Aufrichtigkeit von Facebook, als vielmehr ihrem Talent, Botschaften so zu kodieren, daß nur die sie entschlüsseln können, für die sie bestimmt sind.

Nur wer sich mitteilt, so Boyd und Marwick (hier der Link zum Runterladen der kompletten Studie: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1925128) ist in dem sozialen Netzwerk präsent. Und nur wer präsent ist, kann das finden, was Menschen in sozialen Beziehungen zumeist suchen: Anerkennung”. Das gilt insbesondere für Teenager. An der Stelle höre ich Alex aus dem analogen Jenseits aufheulen: “Teenager sind doch gar nicht in der Lage, das Große und Ganze zu überblicken!” Doch, Alex. Nicht immer in jedem Detail und nicht immer in den großen Zusammenhängen vielleicht. Aber die Teenager, die ich kenne (2 davon sind meine Töchter) überblicken sehr wohl, was sie preisgeben wollen und was nicht. Ihre digitale Existenz ist ein Ergebnis bewußter Entscheidungen unter Inkaufnahme der damit verbundenen Risiken. Reaktion auf meine gelegentlichen kritischen Hinweise? “Ach Papa, das wissen wir doch alles. Das, was wir über uns veröffentlichen darf jeder sehen”. Und auf meinen Hinweis mit den Daten und der Werbung und den dann aufdringlichen Marken kommt ein schulterzuckendes “Nur weil sie uns kennen, werden wir sie nicht kaufen. Wenn sie uns aber einen guten Grund liefern, dann war es doch gut, das wir sie kennengelernt haben”. Teenager-Logik beats Werber-Papi.

Also Alex, falls Du das hier liest: Ich bleibe hier, halte die Stellung und gebe weiter jeden Tag ein bißchen was von mir preis. Und das gern. Denn ich bekomme im Gegenzug jeden Tag Dinge von anderen preisgegeben, die mein Leben reicher, interessanter, besser machen. Ich lese Dein Schlußurteil im Abschiedsbrief: “Das ganze ist auf kurz oder lang ein Vernichter von Meinungsvielfalt. Ein übler Gleichmacher. Nicht mal nur aus sich heraus über Wort-Such-Programme. Sondern doch viel mehr über vorauseilende Selbstkontrolle. Und die war schon immer der Feind der Vielfalt. Blogwärter noch und nöcher”. Und denke mir, daß das dann wieder ein anderes Thema für einen anderen Blog ist. Wenn du gegangen bist, weil das neue Facebook ein fundamentaler Angriff auf Dein ganz persönliches Gefühl von (Daten-)Sicherheit ist, dann ist das ein valides, wenn auch von mir nicht ganz geteiltes Argument. Wenn es aber am Ende der Freitod eines insgesamt Facebook-Enttäuschten ist, dann war Dein Abgang gestern für mich falsch. Denn den Kampf gegen Gleichmacherei und für mehr Demokratie gewinnst Du nicht, indem Du nicht mehr teilnimmst. Sondern durch Mitmachen, Mitposten, Mitbloggen. Facebook ist am Ende das, was wir daraus machen. Und da wäre es schön gewesen, wenn Du und Deine Beiträge geblieben wären….   

65 Kommentare

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Alexander Wallasch

04.10.2011 13:02 Antworten

Ich habe auch persönlich überhaupt keine Lust, mich zu fragen, welche Bewegründe dahinter stecken, wenn Goldman Sachs mit 1/2 halben Millliarde – womöglich viel mehr – bei Facebook einsteigt. Das soll mir eine verantwortl. Behörde mitteilen. Die Verantwortung trägt – aber auch Rede und Antwort stehen muss.

Alexander Wallasch

04.10.2011 09:57 Antworten

Kurz gesagt: So ein Ding gehört unabhängig kontrolliert: Da hilft es nicht dubios von der Mär einer Selbstkontrolle zu fabulieren oder gar anzunehmen so etwas würde sich aus sich heraus regulieren.

Alexander Wallasch

04.10.2011 09:55 Antworten

Das Problem ist eben auch, das junge Leute heute überhaupt nicht mehr die Erfahrung machen, das neuralgische Industrien und Institution in Gemeinschaftsbesitz sind. Das ist doch das erstaunliche. Die hohe Facebook-Akzeptanz und die Akzeptanz der fehlenden Kontrolle und rechtsabgesicherten Einflußnahme auf so ein immens wichtiges Organ zu dem es ja geworden ist, geht völlig ab. Jetzt, wo wieder banklen verstaatlicht wurden, geht dem einen oder anderen IQ-erhöhten jungen Bürger vielleicht ein Licht auf, das es da eine Schieflage geben könnte: Wir haben eben in unseren westl. Gesellschaften einen hohen Rechtsstandard – bzw. ein hohes Unrechtsgefühl – das allerdings zunehmend auf glopbales Niveau eingeschmolzen wird. Son ist auch die Akzeptanz für etwas wie Facebook höher. Ein verherrender FEhler und eine hohe Staats- und Bildungsaufgabe das tranzparenter zu machen. Wir versündigen uns dabei übrigens nicht nur an unseren Anchfahren, sondern ebene auch an unseren Vorfahren, die dieses Rechtsbewußtsein – mit Unterbrechungen selbstverständlich – so mühsam gegen Absolutisten erkämpft haben. Einen Zuckerberg sollte man doch als das darstellen, was er ist: Ein Mensch mit zuviel Machtfühle. Mit einer MAcht, die in großen Teilen vom Volk ausgehen sollte. Und nicht in den Händen einen solchen Bürschchens und seiner Mitstreiter liegen sollte.

Fritz Iversen

01.10.2011 07:43 Antworten

Ich finde dich, lieber Alexander, ein bisschen sehr aufgeregt, aber aber du reißt die Dialektik der Facebook-Show auf, die andere höchstens bis zu dem Punkt wahrnehmen, wo sie sagen: "Natürlich poste ich nicht alles von mir … ich pass schon auf." Dieser aufgeklärte Umgang mit der globalen Stasi-Behörde auf freiwilliger Basis – jeder sein eigener IM – ist ab IQ 100 wohl die Norm. Viele Jugendliche sind bei Facebook sogar nicht mit ihrem richtigen Namen unterwegs, sondern mit veränderten Namen, den die Freunde sofort zuordnen können, Außenstehende können diese Person aber nicht im Telefonbuch oder sonst wo suchen. Aber, lieber Hubertus, diese selbst-kontrollierte Privatsphäre ist ja bei FB nur so etwas wie ein halbdurchlässiger Spiegel: Du denkst, da ist nur zu sehen, was du selbst siehst – aber Facebook geht ja offenbar weit darüberhinaus. Erstens sammelt es Daten über dich, ohne dass du etwas davon ahnst, zweitens bewahrt es sogar die Infos auf, die du denkst, dass du sie gelöscht hättest, drittens verkauft es deine Daten, viertens muss jedes amerikanische Unternehmen auf Verlangen seine Datenbestände gegenüber amerikanischen Behörden offenlegen – das ist die gesetzlich verankerte Schnittstelle zu Polizei und Geheimdiensten (weswegen z.B. niederländische Datenschützer bereits Unternehmen gewarnt haben, wichtige Daten bei amerikanischen Cloud-Anbietern hosten zu lassen). Das ist die eine Kehrseite. Die andere Kehrseite geht ins Psychologische und hat Rückwirkung ins Politische: die "Gleichmacherei". Ganz sicher fördert Facebook nicht per se die authentische Persönlichkeit. Es wiederholt sich da in neuer Form, was das menschliche Verhalten ohnehin mehr bestimmt, als wir wahrhaben wollen: Menschen gucken ständig danach, was andere Menschen denken und tun. Wenn man gutmütig ist, kann man das "sich inspirieren lassen" nennen, wenn man schlecht drauf ist, nennt man es die Universalität des Nachäffens und des Keine-eigene-Meinung-habens. Neu ist im Web 2.0 vor allem, dass wir nie zuvor so dicht und direkt verfolgen konnten, was andere Menschen denken und tun. Das hat selbstverständlich Folgen und hat IMHO weltweit die politische Landschaft weit mehr verändert, als wir Zeitgenossen es schon überblicken können. Da sind – das gehört zu den positiven Seiten der Geschichte – Meinungsmonopole zersplittert bis hinein in autokratische Staaten – dass die Regierung die Presse und TV kontrolliert, reicht heute nicht mehr zur Alleinherrschaft. Opposition ist praktisch nur noch durch roheste Gewalt zu besiegen, weil die Gegenöffentlichkeit sieht, dass es "uns" gibt, und weil sie nicht ohne weiteres unterbunden werden kann (obwohl natürlich alle Regierungen für den Ernstfall es mit dem großen Abschaltknopf versuchen würden). Wegen des "Strukturwandel der Öffentlichkeit" hat bereits ein Kampf um die Lufthoheit begonnen, die politische Rechte organisiert sich da schon und schickt ihre Kommentator-Trupps los, um sozusagen das Volk durch Vortäuschen einer allgemeinen Volksmeinung zu beeinflussen. Da ich keine besonders optimistische Meinung bezgl. des kritischen Denkvermögen des Menschen habe, glaube ich sogar, dass solche neuartigen Beeinflussungskampagnen funktionieren. Nichts verdummt die Menschen mehr als wenn alle einer Meinung sind (gibt viele klassische psychologische Tests dazu, wenn man die liest, weiß man, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung sein kann). Auch Marken sähen ja schon systematisch Word-of-Mouth aus – da entwickelt sich ein neuartiges Meinungsführerschaft-Schlachtfeld, während die zentralistischen Medien, vor allem TV, an Beeinflussungskraft verlieren (sie haben allerdings noch den Vorzug, die mächtigeren Bilder zu liefern). Wie auch immer, die Dialektik von Facebook und Look-alikes geht tiefer, sowohl im Positiven wie im Negativen. Positiv ist das, was ich "neue Sozialität" nennen würde, also mehr Gemeinschaftlichkeit (übrigens extrem fruchtbar in vielen Fachzirkeln, ob Chemiker, Juristen oder Ökonomen, also da, wo sich Menschen zusammenschließen, die tatsächlich eigen Gedanken haben) und eine differenziertere Selbstwahrnehmung der Gesellschaft. Als negativ empfinde ich vor allem das furchteinflößende Missbrauchspotenzial der Daten-Superbehörde Facebook – und solange die Daten nicht vor allem gegenüber politischem Missbrauch gesichert sind, kann auf Web 2.0 auch ein Despot 2.0 folgen. Die Technologie der Freiheit kann theoretisch auch die perfekteste Technologie der Unfreiheit sein, die es je gegeben hat (China hat ja nicht ohne Grund sein eigenes Facebook/Twitter/Google). Ob sich einer "gleichmachen" lassen will oder nicht, hängt allerdings wie seit ewigen Zeiten nur an ihm selbst.

Christine

30.09.2011 10:21 Antworten

Also das verstehe ich nun nicht. Ich sehe hier weniger facebook-Sucht, als Sucht nach allseits verfügbaren Alex. ‘Naja, geben ja auch alle zu und schreien nach der Muttermilch. Und der Schlawiner geniesst es, sitzt sicher zu Hause und drückt ein paar Tränchen der Rührung. Aber andererseits wird er tatsächlich damit kämpfen, sich zu lösen, es frisst ja auch unheimlich viel Zeit. Aber trotzdem, Alex, also from me: we miss you.

Alexander

30.09.2011 05:32 Antworten

Schätze mal wir haben einen Thread, oder? ;) ))

Liane Bednarz

29.09.2011 21:59 Antworten

nein nein, alex, sorry, aber du bist jetzt schon sehr anti-facebooker! und don’t you miss it? hier fängts ja schon an. man kann hier nichts ‘liken’. miss it! algorythmen? von mir aus! hab nichts zu verbergen, was ich auf fb eingestellt hab.

Liane Bednarz

29.09.2011 21:56 Antworten

warum its mei mommentar jetzt twice geposted? nternet internet

Liane Bednarz

29.09.2011 21:50 Antworten

@Heinrich:"Glei¬ches gilt auch für die gan¬zen Mu¬si¬ker auf der gan¬zen Welt und es gilt auch für Ale¬xan¬der Wal¬lasch, der erst ein lus¬ti¬ger fa¬ce¬book-freund und dann ein rich¬ti¬ger Freund wur¬d"So true! Alex, we miss you!!

Liane Bednarz

29.09.2011 21:47 Antworten

"Alex, wie Du weißt, sehe ich es wie HvL: "ich bekomme im Gegenzug jeden Tag Dinge von anderen preisgegeben, die mein Leben reicher, interessanter, besser machen."Absolut! Ich habe mich noch nie so gut informiert gefühlt wie aktuell durch FB! Durch die ganzen Postings und Diskussionen anderer! Man steuert doch selbst, was man von sich preisgibt. Von mir aus kann FB gerne wissen und speichern, was ich so poste. Ist doch super: man kann damit ja gerade Aufmerksamkeit für Dinge schaffen, die einem wichtig sind. And last but not least: Ohne FB würden wir beide uns gar nicht kennen!"

Alexander

29.09.2011 19:34 Antworten

FB wird doch teilweise von FBler schon verteiidigt, wie der Glaube von Katholiken! Das Ding ist ein mind-Fucker! Weil es mittlerweile ein Fundament von Gläubigen hat! Und einen Papst!

Alexander

29.09.2011 19:28 Antworten

"preisgabe" zwischen Dir und mir ist doch toll! I like! Kann es sein, das da noch was anderes mit gemeint sein könnte Liane? Algorithmen, Verknüpfungen, Raster, nicht nur nach Konsum-Interessen, sondern politisch, machtsichernd? wie auch immer?? Das ist paranoid? Glaube ich nicht. Nein, es ist viel mehr Realität. Die Büchse der Pandora – oder das Schlaraffenland für Kontrollgelüste. Einfach weil es PRIVAT ist! Unkontroliiert VATIKANISCH!

Liane Bednarz

29.09.2011 18:50 Antworten

Alex, wie Du weißt, sehe ich es wie HvL: "ich bekomme im Gegenzug jeden Tag Dinge von anderen preisgegeben, die mein Leben reicher, interessanter, besser machen."Absolut! Ich habe mich noch nie so gut informiert gefühlt wie aktuell durch FB! Durch die ganzen Postings und Diskussionen anderer! Man steuert doch selbst, was man von sich preisgibt. Von mir aus kann FB gerne wissen und speichern, was ich so poste. Ist doch super: man kann damit ja gerade Aufmerksamkeit für Dinge schaffen, die einem wichtig sind. And last but not least: Ohne FB würden wir beide uns gar nicht kennen!

Alexander

29.09.2011 18:32 Antworten

Heinrich – stimmt, es hallt hier so furchtbar nach. EIn Blog ist wie mit Tinte geschrieben/ in Stein gemeißelt. Da gibt es kein Radieren oder Löschen. Wie die gute alte Schreibmaschine. Aber ich lerne das jetzt wieder. Auch das Schnauze halten.

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:29 Antworten

und wenn du weiter derartige diskussionen führen willst – und das willst du – komm zurück :-) hier schreibe ich nichts mehr um deine enzugserscheinungen zu lindern

Alexander

29.09.2011 18:26 Antworten

Es bezog sich doch hier drauf Heinrich ;) ) "gutes beispiel, den blöden spruch habe ich in meiner jugendzeit für kriege ja ganz toll gefunden, aber haben die paar leute , die nicht mitgemacht haben irgend einen krieg verhindert. nö, haben sie nicht".

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:25 Antworten

was die kriege angeht hat’s leider zuwenig heinriche gegeben. da habe ich mich verweigert :-)

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:22 Antworten

:-) komiker

Alexander

29.09.2011 18:15 Antworten

Ah, danke, Steilvorlage: JA! GENAU !!!!! Und ich sage Dir auch warum: Weil es immer noch genug Heinriche gegeben hat, die eben NICHT Solidarisch waren! Wider besseren Wissens! Aus einer PRÄ-FACEBOOK-BEQUEMLICHKEIT heraus!

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:15 Antworten

und ,wenn du mal ganz ehrlich bist, was wir hier gerade machen ist nichts anderes als facebook :-) was weiß ich, wer hier alles meine daten haben will. scheiss drauf !

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:13 Antworten

und gerade die, die mit derartigen sprüchen jahrelang hausieren gingen haben die ersten kriege mit deutscher beteiligung erst ermöglicht.

Heinrich Schmitz

29.09.2011 18:12 Antworten

sowas wie den rundfunkrat kann man doch nicht ernsthaft wünschen. beim papstbesuch hat mich in erster linie die miese kirchentagspopmusik gestört, die rede im bundestag habe ich unter verweis auf radbruch ausdrücklich positiv hervorgehoben :-) stell dir vor es ist facebook und keiner macht mit ? gutes beispiel, den blöden spruch habe ich in meiner jugendzeit für kriege ja ganz toll gefunden, aber haben die paar leute , die nicht mitgemacht haben irgend einen krieg verhindert. nö, haben sie nicht.

Alexander

29.09.2011 18:06 Antworten

ich sehe es gerade – meine Facebook-Rechtschreibfehlerquote hängt mir nach. Entschuldigung.

Alexander

29.09.2011 18:04 Antworten

Da kann ich mit einem einzigen – zugegebenerweise antiquiertem, aber modifizierten – Satz anworten: "Stell Dir vor es ist Facebook und keiner macht mit!"Denn, nenne mir doch mal einen einzigen Facebook_Skandal oder Skanbdälchen, das aus sich heraus bereinigt wurde. Alle Interventionen kommen – OH WUNDER! – aus den analogen Medien (das eventl. Gegenbeispiel lassen wir mal unter den Tisch fallen – Warum hat den Zuckerberg noch keinen "Rundfunkrat" wie ARD und ZDF, warum gibt es da nicht etwas, wie eine letzte unabhängig Instanz, wie – übertribven gesagt — das Verfassungsgericht? WEIL ER ES SCHLICHT NCIHT NÖTIG HAT! Aber wie dringend wäre so etwas nötig bei so einem weltumspannenden, einflußreichsten medium! Wo ist die FACEBOOK-UN? Es gibt sie nicht. Es sist ein VEREIN wie der VATIKAN! Was hast Du Dich mit mir, lieber Heinrich, über den Vatikan aufgeregt zum Papstbesuch. Wie merkwürdig still Du bist bei facebook. Was für eine Missionierungsmaschine! Die Krichen weltweit schäumen doch vor Neid! Die frage ist nicht ob, sondern wann sich da eine Philosophie, eine Denkweise, ein Glaube offenbart. Möglicherweise sogar aus sich selöbst heraus! Fürchte Dich mehr! ;) ))

Heinrich Schmitz

29.09.2011 17:36 Antworten

Nein Alexander so einfach kommst du mir nicht davon. Du schreibst zwar wortgewltig wie immer , aber du drückst dich darum, dich mit meiner argumentation auseinanderzusetzen. wer ist denn hier der feigling ? verpissen kann sich doch jeder, das ist kein "nein" , das ist feigheit vor dem feind :-) statt seit an seit mit uns zu kämpfen – wobei das beim euro gar nicht mehr so richtig lohnt. hätte es facebook schon bei der einführung gegeben, dann wäre irgendeinem klugen kopf schon gelungen seine klugen einwände nicht nur im privaten, sondern auch im größeren kreis zu verbeiten. über die sonstigen medien konnte dies ja nicht gelingen, weil diese die europaseeligen heilsversprechen doch mehr oder weniger unbehelligt unters volk bringen konnten. nein , nein mein freund, ich glaube, du machst es dir zu leicht. bei facebook konntest du dinge schreiben, die dir keine redaktion durchgehen ließe. wenn du mit herkömmichen mitteln – also ohne facebook – gegen die blödheit vorgehen willst, stehst du da wie ein indianer der versucht sich mit seinem flitzebogen gegen die feuerwaffen der weißen eroberer durchzusetzen. die gedanken sind frei , also hau rein !

Heinrich Schmitz

29.09.2011 17:22 Antworten

erst nochmal für alle lesbar :-) Auferstehung erforderlich Falls Alexander Wallasch wirklich facebook-süchtig gewesen wäre – was ich ernsthaft bezweifle – , wäre sein fb- Verzicht zunächst einmal ein richtiger Schritt – Entgiftung. Ob allerdings der Konsum mittels per mail übermittelter facebook.–threads mit dem Konzept der Methadon-Substituition vergleichbar ist, glaube ich nicht. Schließlich bekommt er "echten Stoff" , allerdings nicht mehr vom Hersteller, sondern vom Zwischenhändler. Jede technische Neuerung, sei es auf dem Gebiet der Mobilität,sei es auf dem Gebiet der Kommunikation birgt neue Gefahren. Und bei jeder Neuerung gibt es Menschen, deren Ängste bezüglich dieser Gefahren sich ins Unermessliche steigern. Das war bei der ersten Eisenbahn nicht anders als bei den ersten Autos, dem Radio, dem Fernsehen,dem Telefon oder dem internet. All diese Dinge, die aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken sind, lösten bei ihrer Einführung Ängste aus, über die wir heute nur lachen können. Das heißt nicht, dass diese Dinge nicht auch gefährlich sind, gleichwohl nehmen wir sie z.B. im Straßenverkehr bewusst in Kauf, um die unbestreitbaren Vorteile genießen zu können. Nicht anders ist es bei facebook. Die von Alexander Wallasch angeführten Gefahren bestehen gewiss – sie sind aber nicht nur beherrschbar, sondern auch im Rahmen der revolutionären Vorteile, die facebook bietet, mit einem angemessenen Risikobewusstsein auch hinnehmbar. Ich käme nicht auf die Idee, auf das Autofahren oder das Fliegen zu verzichten,nur weil mir die Gefahren von Unfällen bekannt sind. Wer nicht bereit ist etwas zu riskieren, darf eigentlich nur noch in einem von der Außenwelt vollkommen isolierten Bunker bleiben und sich dort von selbstgezogenen Sprossen ernähren – ach nee, Sprossen war jetzt kein gutes Beispiel. Das Leben ist nicht ohne Risiken aber – no risk no fun. facebook ist aufgrund seiner unglaublichen Reichweite auch in der politischen Welt eine Gefahr. Wie jedes Massenmedium ist facebook zur Meinungsbildung geeignet. Da kann durch entsprechende Propaganda und Fehlinformationen manches Unheil angerichtet werden. Andererseits kann staatliche Propaganda auch blitzschnell aufgedeckt werden. Unrecht z.B. Menschenrechtsverletzungen bei Demonstrationen sofort per smartphone um die Welt geschickt und von keinemUnrechtsregime zurückgeholt werden. Die Informationen können an den normalen Medien vorbei blitzschnell um die Welt gehen und helfen Menschen in anderen Ländern zu informieren, die von den "normalen" oder staatlichen Medien nicht informiert werden. So konnte ich z.B. meine japanischen facebook-freundinnen und -freunde über die hier bekannten Informationen über die Atomreaktorkatastrophe auf dem Laufenden halten. Die wussten zunächst so gut wie gar nichts darüber. Übrigens – ohne facebook hätte ich vermutlich gar keine japanischen facebook-freunde und diese würden mich niemals kennengelernt haben. Gleiches gilt auch für die ganzen Musiker auf der ganzen Welt und es gilt auch für Alexander Wallasch, der erst ein lustiger facebook-freund und dann ein richtiger Freund wurde. Alleine das ist mir wert, die politischen Gefahren von facebook in Kauf zu nehmen. facebook mit derzeit rund 800 Milionen Nutzern wird nicht verschwinden, weil Alexander Wallasch oder ein paar Hundertausend oder auch ein paar Millionen ihre Profile löschen. Es wird höchstens verschwinden, weil es etwas besseres geben wird. Solange facebook aber existent ist, darf man es nicht alleine lassen. Es ist vielmehr erforderlich, dass denkende Menschen, Menschen mit Meinungen und Grundsätzen, Werten und Ideen, Herz und Hirn, und einem Arsch in der Hose, also gerade Menschen wie Alexander Wallasch, ein Auge auf diese Medium haben, schreien, wenn sie schreien müssen, sagen, was sie zu sagen haben, und deutlich korrigieren was aus ihrer Sicht falsch ist. Meinungsfreiheit ist ein viel zu hohes Gut als dass wir das den anderen überlassen dürfen, denen die facebook für ihre egoistischen Zwecke einsetzen. Arschlöcher gibt es überall , aber bei facebook kannman sie entlarven, kaltstellen und meinetwegen auch Arschloch nennen. Zensur, Blockwartdenken und Repressalien haben bei facebook nichts verloren. Es braucht Köpfe , meinetwegen auch leader ( klingt jedenfalls besser als Führer ), die nicht nur eine Meinung haben, sondern auch in der Lage sind, diese kraftvoll zu formulieren. Es braucht Provokation und Provokateure um aufzurütteln, zum Denken anzuregen, Gedanken in die facebook-Welt und damit auch in die reale Welt zu setzen. Es braucht Menschen die Zeitungen lesen und die aus ihrer Sicht diskussionswürdigen Artikel posten, kommentieren und damit andere klüger machen. Oder auch einfach nur Spaßvögel, die einem nach einem anstrengenden Arbeitstag ein lustiges Bild oder eine gute Musik zeigen. Auch interne facebook-Problem und Gefahren müssen ständiger Gegenstand der postings und gegenseitigen Information sein. facebook als Unternehmen kann nicht daran interessiert sein dauerhaft als datengeiler Moloch dargestellt zu werden. facebook lebt von seinen usern und wenn die alleine oder in Gruppen Veränderungen fordern, wird auch der böse böse Zuckerberg verstehen, dass er diese Änderungen anordnen muss, weil sonst tatsächlich das passiert , was er als Schlimmstes fürchten muss, das facebook verschwindet. Das Phänomen des social networks wird deshalb nicht mehr verschwinden, weil die Vorteile unübersehbar sind, aber es könnte sein das facebook, wenn es den Bogen überspannt bzw. den überspannten Bogen aufgrund des Druckes seiner user nicht wieder entspannt, verschwindet. Aber jetzt bereits den Kampf für eine nutzerfreundliches facebook aufzugeben fände ich schade. Einer den wir dafür brauchen wäre Alexander Wallasch – es sei denn, er sei tatsächlich facebooksüchtig gewesen.Eine Wiederauferstehung ist nach einem facebooksuizid nicht nur möglich , sondern erforderlich. Wiederauferstandene sind nicht nur bei Matussek herzlich willkommen.

Alexander

29.09.2011 17:18 Antworten

Wunderbar! Vielen Dank für die – auch in der Gestalt – originelle und freundschaftlche Stellungnahme. Aber: Scheiß auf Hiroshima, Tschernobil und Nagasaki – Wir haben doch jetzt die Atomkraft! Scheiß auf Guantanamo, Abu-Ghraib und die Nordafrika-Rebellen-Front-Lüge – wir haben doch jetzt auch dort die US-Amerikanische Demokratie: Scheiß auf Alice Schwarzer, Lady Bitch Ray und Gender Maisntreaming, wir haben doch jetzt die Gleichcberechtigung. Aber viel wichtiger Heinrich – Dir fehlt augenscheinlich die Zukunftsperspektive, Du leidest, wie 80 MIllionen mit Dir am kollektiver Demenz.- Ich nehme mich da gar nicht aus. Wie weit reicht heute unsere Rückschau oder die Fähigkeit nach vorne zu fabulieren? 7 Jahre? NÄCHSTES BEISPIEL: Wir haben heute riesige EURO Probleme – und nehmen den EURO als Naturgegeben. Der wurde doch mit den selben Argumenten verkauft, die Du hier für facebook anführst. "Keine Angst, wird schon" usw. Nicht wird leider. Und es passiert nichts zufällig. Wir leben im Gegenteil in einer kollektiven gelcihgültigeit. Dinge sind – so wie facebook – dermaßen komplex geworden, das wir sie als Naturgewalten ansehen. Nein, Evolution heißt hier eben nicht maximale Anpassung sondern Widerstand. Zu allererst. Die Fähigkeit zum Widerstand ist komplett im Arsch. Gestorben mit Arschlöchern wie Joschka Fischer und Gerhard Arschloch Schröder. Symbole der Veränderung, die doch nur restaurtativ gewirkt haben. Das "Nein" ist heute die stärkste Waffe: "Ja" ist was für Waschlappen. Jetzt "Du" ;) ))

Heinrich Schmitz

29.09.2011 16:49 Antworten

warum jetzt da die ganzen steuerzeichen drin sind weiß ich leider nicht :-)

Heinrich Schmitz

29.09.2011 16:47 Antworten

Auferstehung erforderlich Falls Ale¬xan¬der Wallasch wirk¬lich fa¬ce¬book-süch¬tig ge¬we¬sen wä¬re – was ich ernst¬haft be¬zwei¬fle – , wä¬re sein fb- Ver¬zicht zu¬nächst ein¬mal ein rich¬ti¬ger Schritt – Ent¬gif¬tung. Ob al¬ler¬dings der Kon¬sum mit¬tels per mail über¬mit¬tel¬ter fa¬ce¬book.-thre¬ads mit dem Kon¬zept der Me¬tha¬don-Subs¬ti¬tui¬tion ver¬gleich¬bar ist, glau¬be ich nicht. Schlie߬lich be¬kommt er "ech¬ten Stoff" , al¬ler¬dings nicht mehr vom Her¬stel¬ler, son¬dern vom Zwi¬schen¬händ¬ler. Je¬de tech¬ni¬sche Neue¬rung, sei es auf dem Ge¬biet der Mo¬bi¬li¬tät,sei es auf dem Ge¬biet der Kom¬mu¬ni¬ka¬ti¬on birgt neue Ge¬fah¬ren. Und bei je¬der Neue¬rung gib¬t es Men¬schen, de¬ren Ängs¬te be¬züg¬lich die¬ser Ge¬fah¬ren sich ins Unermessliche stei¬gern. Das war bei der ers¬ten Ei¬sen¬bahn nicht an¬ders als bei den ers¬ten Au¬tos, dem Ra¬dio, dem Fern¬se¬hen,dem Te¬le¬fon oder dem internet. All die¬se Din¬ge, die aus dem heu¬ti¬gen All¬tag nicht mehr weg¬zu¬den¬ken sind, lös¬ten bei ih¬rer Ein¬füh¬rung Ängs¬te aus, über die wir heu¬te nur la¬chen können. Das heißt nicht, dass die¬se Din¬ge nicht auch ge¬fähr¬lich sind, gleich¬wohl neh¬men wir sie z.B. im Stra¬ßen¬ver¬kehr be¬wusst in Kauf, um die un¬be¬streit¬ba¬ren Vor¬tei¬le ge¬nie¬ßen zu kön¬nen. Nicht an¬ders ist es bei fa¬ce¬book. Die von Ale¬xan¬der Wal¬lasch an¬ge¬führ¬ten Ge¬fah¬ren be¬ste¬hen ge¬wiss – sie sind aber nicht nur be¬herrsch¬bar, son¬dern auch im Rah¬men der re¬vo¬lu¬tio¬nä¬ren Vor¬tei¬le, die fa¬ce¬book bie¬tet, mit ei¬nem an¬ge¬mes¬se¬nen Ris¬iko¬be¬wusst¬sein auch hin¬nehm¬bar. Ich kä¬me nicht auf die Idee, auf das Au¬to¬fah¬ren oder das Flie¬gen zu ver¬zich¬ten,nur weil mir die Ge¬fah¬ren von Un¬fäl¬len be¬kannt sind. Wer nicht be¬reit ist et¬was zu ris¬kie¬ren, darf ei¬gent¬lich nur noch in ei¬nem von der Au¬ßen¬welt voll¬kom¬men iso¬lier¬ten Bun¬ker blei¬ben und sich dort von selbst¬ge¬zo¬ge¬nen Spros¬sen er¬näh¬ren – ach nee, Spros¬sen war jetzt kein gu¬tes Bei¬spiel. Das Le¬ben ist nicht oh¬ne Ri¬si¬ken aber – no risk no fun. fa¬ce¬book ist auf¬grund sei¬ner un¬glau¬bli¬chen Reich¬wei¬te auch in der po¬li¬tischen Welt ei¬ne Ge¬fahr. Wie je¬des Mas¬sen¬me¬dium ist fa¬ce¬book zur Mei¬nungs¬bil¬dung ge¬eig¬net. Da kann durch ent¬spre¬chen¬de Pro¬pa¬gan¬da und Fehl¬in¬for¬ma¬tio¬nen man¬ches Un¬heil an¬ge¬rich¬tet wer¬den. An¬de¬rer¬seits kann staat¬li¬che Pro¬pa¬gan¬da auch blitz¬schnell auf¬ge¬deckt wer¬den. Un¬recht z.B. Men¬schen¬rechts¬ver¬let¬zun¬gen bei De¬monst¬ra¬tio¬nen so¬fort per smart¬pho¬ne um die Welt ge¬schickt und von kei¬ne¬mUn¬rechts¬re¬gi¬me zu¬rück¬ge¬holt wer¬den. Die In¬for¬ma¬tio¬nen können an den nor¬ma¬len Me¬di¬en vor¬bei blitz¬schnell um die Welt ge¬hen und hel¬fen Men¬schen in an¬de¬ren Ländern zu in¬for¬mie¬ren, die von den "nor¬ma¬len" oder staat¬li¬chen Me¬di¬en nicht in¬for¬miert wer¬den. So konn¬te ich z.B. mei¬ne ja¬pa¬ni¬schen fa¬ce¬book-freun¬din¬nen und -freunde über die hier be¬kann¬ten In¬for¬ma¬tio¬nen über die Atom¬re¬ak¬tor¬ka¬ta¬stro¬phe auf dem Lau¬fen¬den hal¬ten. Die wuss¬ten zu¬nächst so gut wie gar nichts da¬rü¬ber. Üb¬ri¬gens – oh¬ne fa¬ce¬book hät¬te ich ver¬mut¬lich gar kei¬ne ja¬pa¬ni¬schen fa¬ce¬book-freun¬de und die¬se wür¬den mich nie¬mals ken¬nen¬ge¬lernt ha¬ben. Glei¬ches gilt auch für die gan¬zen Mu¬si¬ker auf der gan¬zen Welt und es gilt auch für Ale¬xan¬der Wal¬lasch, der erst ein lus¬ti¬ger fa¬ce¬book-freund und dann ein rich¬ti¬ger Freund wur¬de. Al¬lei¬ne das ist mir wert, die po¬li¬ti¬schen Ge¬fah¬ren von fa¬ce¬book in Kauf zu neh¬men. fa¬ce¬book mit der¬zeit rund 800 Mi¬lio¬nen Nut¬zern wird nicht ver¬schwin¬den, weil Ale¬xan¬der Wal¬lasch oder ein paar Hun¬der¬tau¬send oder auch ein paar Mil¬lio¬nen ih¬re Pro¬fi¬le lö¬schen. Es wird höchs¬tens ver¬schwin¬den, weil es et¬was bes¬se¬res ge¬ben wird. So¬lan¬ge fa¬ce¬book aber exis¬tent ist, darf man es nicht al¬lei¬ne las¬sen. Es ist viel¬mehr er¬for¬der¬lich, dass den¬ken¬de Men¬schen, Men¬schen mit Mei¬nun¬gen und Grund¬sät¬zen, Wer¬ten und Ideen, Herz und Hirn, und ei¬nem Arsch in¬ der Ho¬se, al¬so ge¬ra¬de Men¬schen wie Ale¬xan¬der Wal¬lasch, ein Au¬ge auf die¬se Me¬di¬um ha¬ben, schrei¬en, wenn sie schrei¬en müs¬sen, sa¬gen, was sie zu sa¬gen ha¬ben, und deut¬lich kor¬ri¬gie¬ren was aus ih¬rer Sicht falsch ist. Mei¬nungs¬frei¬heit ist ein viel zu ho¬hes Gut als dass wir das den an¬de¬ren über¬las¬sen dür¬fen, de¬nen die fa¬ce¬book für ih¬re ego¬is¬ti¬schen Zwe¬cke ein¬set¬zen. Arschlöcher gibt es überall , aber bei facebook kannman sie entlarven, kaltstellen und meinetwegen auch Arschloch nennen. Zen¬sur, Block¬wart¬den¬ken und Re¬pres¬sa¬li¬en ha¬ben bei face¬book nichts ver¬lo¬ren. Es braucht Köp¬fe , mei¬net¬we¬gen auch le¬a¬der ( klingt je¬den¬falls bes¬ser als Füh¬rer ), die nicht nur ei¬ne Mei¬nung ha¬ben, son¬dern auch in der La¬ge sind, die¬se kraft¬voll zu for¬mu¬lie¬ren. Es braucht Pro¬vo¬ka¬ti¬on und Pro¬vo¬ka¬teu¬re um auf¬zu¬rüt¬teln, zum Den¬ken an¬zu¬re¬gen, Ge¬dan¬ken in die fa¬ce¬book-Welt und da¬mit auch in die rea¬le Welt zu set¬zen. Es braucht Men¬schen die Zeit¬un¬gen le¬sen und die aus ih¬rer Sicht dis¬kus¬sions¬wür¬di¬gen Ar¬ti¬kel pos¬ten, kom¬men¬tie¬ren und da¬mit an¬de¬re klü¬ger ma¬chen. Oder auch ein¬fach nur Spa߬vö¬gel, die ei¬nem nach ei¬nem an¬stren¬gen¬den Ar¬beits¬tag ein lus¬ti¬ges Bild oder eine gute Musik zei¬gen. Auch in¬ter¬ne fa¬ce¬book-Prob¬lem und Ge¬fah¬ren müs¬sen stän¬di¬ger Ge¬gen¬stand der pos¬tings und ge¬gen¬sei¬ti¬gen In¬for¬ma¬ti¬on sein. fa¬ce¬book als Un¬ter¬neh¬men kann nicht da¬ran in¬te¬res¬siert sein dau¬er¬haft als da¬ten¬gei¬ler Mo¬loch dar¬ge¬stellt zu wer¬den. fa¬ce¬book lebt von sei¬nen usern und wenn die al¬lei¬ne oder in Grup¬pen Ver¬än¬de¬run¬gen for¬dern, wird auch der bö¬se bö¬se Zu¬cker¬berg ver¬ste¬hen, dass er die¬se Än¬de¬run¬gen an¬ord¬nen muss, weil sonst tat¬säch¬lich das pas¬siert , was er als Schlimms¬tes fürch¬ten muss, das fa¬ce¬book ver¬schwin¬det. Das Phä¬no¬men des so¬cial net¬works wird des¬halb nicht mehr ver¬schwin¬den, weil die Vor¬tei¬le un¬über¬seh¬bar sind, aber es könn¬te sein das fa¬ce¬book, wenn es den Bo¬gen über¬spannt bzw. den über¬spann¬ten Bo¬gen auf¬grund des Dru¬ckes sei¬ner user nicht wie¬der ent¬spannt, ver¬schwin¬det. Aber jetzt be¬reits den Kampf für ei¬ne nut¬zer¬freund¬li¬ches fa¬ce¬book auf¬zu¬ge¬ben fän¬de ich scha¬de. Ei¬ner den wir da¬für brau¬chen wä¬re Ale¬xan¬der Wal¬lasch – es sei denn, er sei tat¬säch¬lich fa¬ce¬book¬süch¬tig ge¬we¬sen.Ei¬ne Wie¬der¬auf¬er¬ste¬hung ist nach ei¬nem fa¬ce¬book¬sui¬zid nicht nur mög¬lich , son¬dern er¬for¬der¬lich. Wie¬de¬rau¬fers¬tan¬dene sind nicht nur bei Ma¬tus¬sek herz¬lich will¬kom¬men.

Alexander Wallasch

29.09.2011 12:46 Antworten

Also noch freiwillig in die Gleichmachermaschine um gegen Gleichmacherei anzutreten? Denkt mal an die Chipkartendiskussion. Und versuche heute mal 150 Euro Strom bei der Bank in bar einzuzahlen. Und denkt die Krankenkarte mit. Auch bald mit Facebook vernetzt? ;)

Liane Bednarz

29.09.2011 12:43 Antworten

"Denn den Kampf gegen Gleichmacherei und für mehr Demokratie gewinnst Du nicht, indem Du nicht mehr teilnimmst. Sondern durch Mitmachen, Mitposten, Mitbloggen. Facebook ist am Ende das, was wir daraus machen. Und da wäre es schön gewesen, wenn Du und Deine Beiträge geblieben wären…. "Sehr treffend ausgedrückt! Lieber Alexander, wir vermissen Dich und Deine Beiträge auf Facebook! Sehr sogar!

Alexander Wallasch

29.09.2011 11:51 Antworten

Nein, leider – arte und 3sat geben das nicht her (TV-Werbung) ;) )

mrcreativerebel

29.09.2011 11:18 Antworten

es ist auch die chance eine chance, künftig Informationen nach tatsächlichem Interesse zu erhalten. Wir werden täglich voll gespamt mit Werbung, die digitalen Welten und sozialen Netzwerke ermöglichen uns künftig doch auch gezielter zu werben und somit bekomme ich auch nur noch Werbung die mich wirklich interessiert. Das ist nur einer von den Vorteilen die u. a. facebook künftig bietet. Aber vermutlich schaut dein freund Alexander auch noch Fernsehwerbung. ;)

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