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Friendtelligence und das Entstehen von Communities

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Wenn das Internet mal wieder nicht funktioniert im Hause Lobenstein oder sich sonstige digitale Zicken einstellen, dann hilft mein Freund und IT-Spezialist Markus. “Geliked”  und damit zu meiner “Community” dazuaddiert habe ich Markus mal, weil er eine Zeitlang sein Pferd im selben Reitstall wie meine Töchter hatte. Und weil wir beim Bier im Reiterstübchen gemerkt haben, daß wir uns mögen. Was ich damals nicht wußte, ist, das Markus die Software in großen Firmen installiert und repariert. Was ich nicht wusste, ist, daß Markus auf jede noch so dämliche Computerfrage eine Antwort weiß, bereit ist, sie Tag und Nacht zu geben und dabei erstaunlich ruhig bleibt.

Wenn leichte Reparaturabeiten im Hause Lobenstein notwendig werden (Dusche installieren, kaputte Schlösser reparieren etc.), dann hilft Thomas. “Geliked” und zu unserer “Community” dazuaddiert haben wir Thomas mal, weil er unser Nachbar ist und sein Hund und unsere Hunde gern miteinander spielen. Und weil wir dabei festgestellt haben, daß er und seine Frau  extrem nette Menschen sind. Was ich damals nicht wußte, ist, daß Thomas als Betriebsschlosser in einer Brauerei arbeitet, begnadeter Handwerker ist und für jedes Problem rund ums Haus eine Lösung kennt. Vor allem aber wußte ich nicht, wie hilfsbereit er diese Talente für andere zum Einsatz bringt (ohne dabei über meine handwerkliche Unfähigkeit zu lachen!).

Wenn ich bei vonlobenstein ltd. mal wieder auf den letzten Drücker perfekte Charts in der Firmen-CI für einen Vortrag brauche, dann hilft Ina. “Geliked” und damit zu meiner “Community” dazuaddiert habe ich Ina mal, weil sie als Neugeschäftsleiterin in einer Firma arbeitete, die ich im Namen meines Ex-Arbeitgebers aufkaufte. Und weil jede Begegnung mit ihr den Tag einfach fröhlicher machte. Was ich nicht wußte, ist, daß Ina eigentlich eine gelernte und  begnadete Art-Directorin und CI-Gestalterin ist. Vor allem aber wußte ich nicht, daß Ina auch noch als mittlerweile geschäftsführende Gesellschafterin einer eigenen Werbeagentur ( http://www.betriebskultur.de) über die von ihr entwickelte vonlobenstein-CI lieber selbst mit großem Einsatz wacht, als das einem artdirectionalen Hilfsschüler wie mir zu überlassen.

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So entstehen unsere privaten “Communities”: Wir lernen Menschen kennen, bekommen einen ersten Eindruck. Der reicht für eine erste “I like” Entscheidung. Die überprüfen wir dann Schritt für Schritt, bestätigen sie oder revidieren sie durch “dislike”. Mit der Zeit lernen wir immer mehr über unsere Freunde, ihre Leidenschaften, ihre Talente, ihre Stärken, Schwächen und Marotten. Und sie lernen uns immer besser kennen. Dabei finden wir gemeinsam heraus, wo wir uns mit genau diesen Talenten gegenseitig unterstützen können. Und ob wir das gerne tun.

Die 3 wesentlichen Erfolgsfaktoren in so einem Prozeß gelten mit leichten Abwandlungen so auch für den Aufbau von langfristig angelegten Marken-Communities:

  1. Nachweis von Community-Bereitschaft: “Hallo, hier ist die Marke xy. Wir sind bereit zum Dialog auf Augenhöhe. Lernt uns erst einmal kennen. Hier ist eine erste Möglichkeit, um Euch zu zeigen, daß wir es wirklich ernst meinen und mit Euch ins Gespräch kommen wollen”.  Privat bewegen sich da meist beide aufeinander zu, im Markengeschäft ist es die Marke, die die deutlich größeren Schritte in Richtung ihrer Community unternehmen muß.
  2. Nachweis von Community-Fähigkeit: “Willkommen zurück, liebes neues Community-Mitglied. Danke für deine regelmäßige Kritik, deine Kommentare. So können wir uns immer besser auf dich einstellen und Content produzieren, der dir wirklich hilft, dich begeistert oder dich sonstwie emotional mitnimmt. Schließlich wollen wir dich langfristig in unserer Community halten”. Auch hier sind natürlich privat beide Seiten gefordert, langfristige “Freundschaftsfähigkeit” nachzuweisen, im Markengeschäft dagegen vor allem die Marke.
  3. Einsatz von Friendtelligence: “Hallo, liebes Community-Mitglied xy. Du bist, wie wir hier verfolgt haben, ein besonders aktives und einflußreiches Mitglied unserer Community. Können wir dir zusätzliche Informationen geben, dich zu einem besonderen Markenbotschafter unserer Marke machen?” Oder “Hallo, liebes Community-Mitglied zx, wir haben herausgefunden, daß du über Talente verfügst, die unsere Marke besser machen könnten. Hast du vielleicht Lust, uns zu helfen?”


Ob private oder Marken-Community – zwei Dinge sind dabei unbedingt zu beachten: Erstens kommt erst der Aufbau, dann die Nutzung. Freundschaften beginnen selten damit, sich in Schritt 1 vom Nachbarn das Türschloß reparieren zu lassen. Das läuft unter Dienstleistung. Freundschaft ist es dann, wenn es passiert als Folge der Tatsache, daß man sich vorher kennen- und schätzengelernt hat. Wer für seine Marke und ihren Erfolg also auf das Instrument der digitalen Community setzen will, sollte sie aufbauen, bevor er sie braucht.

Und beim Thema Friendtelligence gilt zweitens der alte Satz von David Ogilvy: “Don´t count the people you can reach. Reach the people that count!” In Zeiten der sozialen Netze heißt das, nicht 1 Mio. Menschen zu kennen, um 100 echte “Freunde” herauszufinden. Sondern sich mit den relevanten 10 Markenfans zu befreunden, die 100 weitere Freunde von der Marke durch ihre Begeisterung überzeugen, die dann 1000 weitere neue Markenfreunde zur Marken-Community beisteuern können. Eben wie im wahren Leben. Thomas z.B. hat einen Freund und Fahrradtüftler, der gerade mein Rennrad für das Frühjahr fitmacht. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

  

2 Kommentare

Friedemann Ohse

11.04.2011 13:11 Antworten

Klasse geschrieben!– muss ich gleich mal twittern :)

Alexander

11.04.2011 12:29 Antworten

Wunderbar! 100 Echte Freunde. Ist doch was! Ok, der versteckte Hinweis an die Damen zum Schluss (Rennradfahrer! – Sportler) war doch auch legitim ;) )

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