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Fragen für Kopisten

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30% der Befragten einer Umfrage antworteten kürzlich auf die Frage, warum sie Social Media nutzen: “Weil es unsere Konkurrenz tut!”
29% der Befragten antworteten auf die Frage, warum sie QR-Codes nutzen: “Weil es unsere Konkurrenz tut!”
25% der Befragten antworteten auf die Frage, warum sie Mobile Marketing einsetzen: “Weil es unsere Konkurrenz tut!”

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Zugegeben, es handelt sich um eine Umfrage aus den USA. Und befragt wurden Chefs kleinerer und mittlerer Unternehmen. Aber mal ganz ehrlich: Schaut man sich z.B. den inflationären Gebrauch von QR-Codes an, die einem zur Zeit von jedem Plakat entgegenstrahlen, dann beschleicht einen das Gefühl, die o.g. Ergebnisse könnten auch aus der deutschen Markenstudien-Landschaft stammen. Ist ja auch kein Wunder. Schließlich kreieren die vermeintlichen digitalen Vordenker täglich neuen Hype um “the next big thing”. Da kann es dann schon mal passieren, daß  gehyptes Spielzeug plötzlich zur scheinbar lebensnotwendigen strategischen Wunderwaffe wird. Und weil die einen, die “First Mover” (und ihre Agenturen), für ihren Mut meist auch noch öffentlich gelobt werden (und Kreativ-Preise damit gewinnen), ohne dass sich feststellen lässt, ob “the next big thing” der Marke tatsächlich so wahnsinnig hilft, setzt sofort der Zug der Marken-Lemminge ein. Auf einmal gehört schon Mut dazu, nicht auch QR-Codes einzusetzen, will man nicht Gefahr laufen, als völlig verschnarchter Ewig-Gestriger dazustehen. Und das gilt eben nicht nur für QR-Codes, sondern für jede neue Sau, die durchs digitale Dorf getrieben wird.

Nun ist gut kopiert immer noch besser als schlecht selbst gemacht. Und nicht jeder QR-Code ist markenstrategischer Blödsinn, nur weil die Konkurrenz sie auch verwendet. Blödsinn ist es dann, wenn der Einsatz nach dem Prinzip von Rolf Rüßmann, dem einstigen Nationalspieler und Vertreter der etwas rustikaleren Spielweise erfolgt: “Wenn wir hier schon nicht gewinnen können, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt”. Oder anders ausgedrückt: “Wir wissen zwar nicht so genau, was die Konkurrenz mit den komischen Dingern erreichen will und ob das wirklich was bringt, aber bevor wir uns von denen innovativ vorführen lassen und die den ganzen Ruhm einheimsen, packen wir sie auch auf unsere Plakate”. Und besonders gefährlicher Blödsinn wird es überall da, wo der Einsatz sogar die bisher erfolgreich etablierte Beziehung zu der bisherigen Audience gefährdet. Um nicht dem reinen Kopierwahn und Technikhype anheimzufallen empfehlen sich folgende 3 Testfragen:

  1. Benutzt meine Audience überhaupt die Technologie/den Service, der zur Encodierung erforderlich ist? Von Technologieführerschaft in Sachen Marketing kann sich keine Marke etwas kaufen. Und eine Audience, die Mobile Marketing nicht nutzt, keine Lust hat, sich von 18/1 irgendwelche seltsamen Zeichen runterzuladen, um das Plakat zu verstehen und die Smart Phones zwar hat, aber eben nur zum  Telefonieren nutzt, wird sich von ihrer plötzlich ach so modernen Marke und ihrer ach so modernen Markenkommunikation eher irritiert fühlen.
  2. Ersetzt die eingesetzte Technologie etwas, daß bisher prima funktioniert hat? Mal angenommen, Ihre Audience fand Ihre Beilagen in der Tageszeitung in der gedruckten Form ganz nützlich und hat sie auch eifrig genutzt. Warum sollten die plötzlich umerzogen werden zum digitalen Download, auch wenn der noch so “state of the art” ist? Don´t fix it until it´s broken – nicht immer der schlechteste Rat…
  3. Habe ich meine Audience mal gefragt, ob sie den geplanten Technik-Einsatz gut finden würde? Markenverantwortlichen stehen heute ungezählte Möglichkeiten offen, um von ihrer Audience qualifiziertes Feedback einzuholen. Auch und gerade darüber, wie, wann, wo und in welcher Form die mit Markenbotschaften konfrontiert werden wollen. Warum also nicht gelegentlich mal nachfragen?


Die Antworten auf diese Fragen helfen nicht, schlechtgemachte Kopien zu verhindern. Das müssen Sie schon selbst tun. Aber sie sorgen wenigstens dafür, daß Sie aus den richtigen Gründen den nächsten Technik-Hype für Ihre Marke nutzen. Übrigens: Haben Sie den oben eingesetzten QR-Code schon entschlüsselt. Oder waren zumindest versucht, es zu tun? Na dann….

6 Kommentare

lena

20.12.2011 10:46 Antworten

so eine Frage was sind Kopisten????????und warum seit ihr auf dieser seite ???

lena

20.12.2011 10:44 Antworten

warum schreibt ihr den alle so viel ???????naja schönen tag noch

stadtlaeufer

10.09.2011 11:30 Antworten

irgendein eventuell blöder hund nimmt ne fährte auf und rennt los und futterneid, wird zur pandemischen völkerwanderung, da der rest noch nicht mal intuitiv motiviert, schlicht noch dümmer, hinterherrennt. in dem punkt: absolut d´accord. wie bei allem, was der markt oder das land und seine oft verkapselten wirtschaftsmacher und bsonders, das ängstliche, da ersetzbare gefolge nicht verstehen, löst durch gier, statt hype, gerne eine aktionismus-stampede aus.doch, die argumente sind trotz bezug auf "neue" techniken stark traditionslastig, wenig interdisziplinär und zu rigide themen und noch weniger situationsbezogen. statt kritik an der kritik- und sondierfähigkeit, als auch geduld und lernbereitschaft der "audienz" zu üben, wird hier wild verbal rumgehackt. wer das geld hat gibt den kurs an und dann rennt man ebenso dämlich hinterher, denn die miete muss bezahlt werden oder man ist der zwar klügere, aber verhungernde poet im dachzimmer, den die welt erst versteht, wenn innovation bereits geschichte ist.wer, ob Blog oder nicht so gegen eine gloabe, sich aus ihrer Notwendigkeit und Sachlichkeit schaffen und schöpfenden Entwicklung sperrt, der sollte besonders achtsam frist- und nicht nur trengemäße argumente bringen, denn so hat er das konzept und prinzip digitaler vermarktung noch nicht erfasst. leider zu wenig pro´s in den contras oder wie der zynische vauvernagues zu sagen pflegte: "wer die wahrheit wissen will, sollte die gegenseite zu verteidigen verstehen. es geht eben nicht nur mal um "neue" techniken, sondern um einen paradigmenwechsel in der vermarktung. etwa in der art wie kommunikation contra automatismus, um sachbezogene überzeugung contra bidirektionalem abgleich, es geht um effiziente zeitnutzung und auslastung der oft teuer geleasten hardware. (dazu gibt es einen ganz netten beitrag von dr. ottmar franzen) blödsinn ist ein gefährliches wort, gleichgültig wie subjektiv der blog-beitrag geschrieben ist und wie wenig appelle er in die diskussion werfen möchte, wer weniger sinnhaftes und noch weniger sinnvolles in durchaus fein formulierte worte kleidet und fernstatistisches, ob zugegeben oder nicht, als alibi nutzt, der sollte nicht auf "first mover" oder hochmotivierte Hotspots schimpfen, denn im Grunde verhält er sich auf der anderen Seite nicht anders. Agenturen sind Schisser und die Kunden der Audienz wissen sich bewusst und teilweise wie eine Schwarmintelligenz inzwischen der Manipulationen faktisch zu wehren. Der konsument beginnt seine regentschaft, reguliert die märkte und nur wer seine audienz weiter aus vorsicht vor weniger schmeichelhafter, doch dienlicher realität schützt, also ebenso blöd lässt, statt aufzuklären, ist ein charmanter, anfänglich überzeuigender, doch defenitiv vorm aussterben bedrohter dinosaurier. btw. im vergleich sind echte unternehmer und gründer eine für die neuen medien offenere gruppierung, als die soldempfangenen stellvertreter in unternehmen. egal. die wahrnehmung weicht der tatsache und dem tatbestand. ein praxiserporbtes beispiel: der preisvergleich im superstore führt schnell zu einem besseren anbieter, der trug bleibt somit auf der strecke – der weniger oehrliche anbieter und vertriebler jedoch auch! die alten mechanismen greifen nicht mehr!in erinnerung gerufen barcodes und scanner haben alle wirtschaftsbereiche drastisch und postiv beeinflusst, Q-R Codes sind die technische, autarke konsequenz gegen Monopolstellungen, eine weit leistungsfähigere alternative.umdenken lernen … wäre lobenswert Herr von Lobenstein. shade um die zeit es zu lesen? nein, es zeigt nur, dass selbst diejenigen, die sich für fit in ihrer branche halten (und sicherlich auch den gegebenen Umständen nach sind) eben nicht alles wissen können und stetig dazulernen müssen. fazit: vor einem allzublöden bohéme oder einer hybris, schützen lernen, immer offen sein und das blöde erstmal als option belassen, ob nutzbar oder nicht, macht wohl einen teil unserer entwicklung aus. der markt in den usa zeigt, wie gut das system funktioniert… apropos ewig gestrig lgder stadtlaeufer(enormer befürworter von netzwerken, dokumentationen, und sachlich- effektiven automationen)

thinkglocal

09.09.2011 16:05 Antworten

Tach,mein erster Griff nachdem ich diesen übermächtigen QR Code oben sah war der zu meinem Samsung Telefon. Die Zielseite irritierte dann doch eher.Was ich genauso sehe ist, dass aktuell wirklich digitale Säue durchs virtuelle Dorf getrieben werden. Vielleicht liegt es ja am Schweinezyklus, den Hans sicherlich besser erörtern kann als ich (studierte Ebusiness und Chinesisch mit int. Management).Die meisten Agenturen sitzen aktuell, meinem Erachten nach, in der digitalen Zwickmühle. Auf der einen Seite sind die Kunden, die o.g. Verhalten an den Tag legen und auf der anderen die eigenen Kollegen, die, wenn überhaupt, den eigenen Facebook Account einigermaßen mit Leben füllen können. Auf Kundenseite wird es dann noch schneller Mau. Kein Wunder das also die meisten Social Media Angebote von vorne herein als Rohrkrepierer enden. Sie hätten gar nicht gelauncht werden dürfen.Nun muss man sich als Agentur (wir sind eine sehr kleine) natürlich auch die Frage stellen wie man am Ende des Monats die Rechnungen bezahlt. Massenhaft Facebookauftritte unters willige Volk bringen weil dieses es so wünscht oder aber eine auf den Kunden individuell abgestimmt Beratung die die notwendige Qualität und noch viel wichtiger Ehrlichkeit mitbringt? Wir haben uns gerade für das Letztere entschieden (ja ja, ich hör schon die Nachtigall trapsen die mir nun Green-Washing vorwirft [haben wir aber nicht nötig, da uns niemand kennt - was auch von Vorteil sein kann]).Die Folge? Vielleicht am Monatsende weniger auf dem Konto, aber dafür ein Kundenstamm, der kontinuierlich wächst. In einer Art und Weise die uns nicht die Luft zum Atmen nimmt.Genug der Worte,schönes WE und Danke für den guten PostSven

Hans Albert Salden

08.09.2011 11:11 Antworten

Lieber Hubertus, ich mag es, wenn Du Deiner Empörung freien Lauf lässt, das finde ich sehr anregend.1986, während meines BWL-Studiums in Köln, durfte ich zum ersten Mal eine Werbeagentur von innen sehen: HCM, ehemals MPW Univas, in Düsseldorf. Der Chairman, Helmut Sendlmeier, lud uns Praktikanten zu einer Agenturführung durch den modernen, thermobeschichten Glasbau ein, und in diesen Rundgang fiel auch ein riesiger Raum, in dessen Mitte ein Schreibtisch stand – und davor ein scheuer, irgendwie verloren wirkender Mann, das absolute Gegenteil von einem Top-Seller: Reinhold Scheer. Ich bin ein Fische-Geborener. Und dieses Sternzeichen liebt Reichtümer der anderen Art. Das war also der Reichtum der Agentur: Ein Kreativer mit Flugangst (lt. Sendlmaier) und einem deutlichen Hang zur Selbstisolation, der sich in diesem viel zu großen Raum sichtlich unwohl fühlte, ihn aber offenbar auf Druck der Geschäftsführung aushalten sollte, um mehr Selbstwertgefühl zu entwickeln….ich fand das faszinierend. Drei Jahre nach dieser Begegnung fiel die Mauer. Und der kleine, kapitalistische Markt war plötzlich nicht mehr hochverdichtet, sondern strömte in Richtung Osten. Aus dem Käufermarkt wurde ein Verkäufermarkt. Wenn wir heute über Auftraggeber schimpfen, die nur noch wenig in Werbung investieren wollen, dann liegt das auch daran, dass die einst kommunistischen Länder weiterhin Nachholbedarf haben, dass unsere Auftraggeber in anderen Märkten mehr verdienen als im Binnenmarkt – also aus Werbegeldern lieber Fernhandelsgelder machen, das gilt auch für den Mittelstand.Es ist kein Geheimnis, dass der Werbemarkt praktisch tot ist. Was man uns heute an Etats überlässt, ähnelt Grabbeigaben. Online-Kommunikation hat den Reiz, besonders günstig zu sein, bringt aber nicht das Ersehnte. Die Eroberung neuer Marktanteile im Binnenmarkt ist einfach nicht mehr reizvoll, stachelt nicht mehr an, erzeugt – wie du es beschreibst – nur noch müde Kopien.So bleiben zwei Arten von Kreativen übrig: Diejenigen, die nichts anderes gelernt haben und noch irgendwie abräumen wollen, bevor die einst reich gedeckte Tafel ganz abgefressen ist. Und diejenigen, die diese Branche einfach lieben – womit wir bei Dir und bei den Fische- und Waage-Geborenen sind, etc.Wenn wir die Kreativbranche wieder auf die Beine stellen wollen, dürfen wir uns auf das besinnen, was uns der kleine, aber hochverdichtete Kapitalismus gelehrt hat: Es sind Sonderlinge, die zu überraschenden Lösungen führen. Sonderlinge, deren Potenzial nur Kreative sehen und die als Übersetzer einspringen (Sternzeichen Löwe), um Auftraggebern deutlich zu machen: "Geben Sie uns Ihr Geld, damit wir es in diese merkwürdige Person investieren können, deren Potenzial Sie nicht erkennen, aber wir…und das soll Ihnen genügen, denn wir sind daran interessiert, Ihrem Unternehmen einen noch größeren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen."Nun kann man einräumen, dass die eher bedeutungslos gewordenen Kreativagenturen nicht mehr diese Anziehungskraft auf Sonderlinge und Andersartige ausüben. Menschen, die von Natur aus biochemisch falsch eingestellt sind oder die als Kind einen unentdeckten Hirnschlag wegstecken mussten, woraufhin sich deren Denken anders strukturiere. Das ist richtig. Aber zum Ausgleich gibt es die Technik – die flächendeckende Breitbandversorgung, auch eine Art Gehirn.Künftig müssen wir nur ausschwärmen und den Andersdenkenden entgegengehen, sie als Gründer annehmen und ihnen beim Ausbau ihrer Ideen helfen.Wir fangen praktisch wieder bei Null an, bei der Aufstellung von Unternehmen, bei der Erschließung verborgener Potenziale und deren Ausdifferenzierung. Wir ziehen diese Unternehmen hoch, bis sie reif sind für einen Werbeetat, bis auch die großen Markenunternehmen wieder erkennen, dass ihre weltweiten Etats bei uns besser aufgehoben sind, weil wir wieder dichter dran sind am Markt.Mehr noch: Am Ende wird so etwas entstehen wie ein großes Labor, wir werden eine Struktur schaffen, die man auf andere europäische Länder übertragen kann, wir werden Mitgestalter eines großartigen Kontinents, der jenen Reichtum weckt, der in der Vielfältigkeit der Menschen steckt. Und genau das wird dann die Besten aus aller Welt anziehen und noch mehr Pracht und Herrlichkeit entfalten.Wir haben die Chance, ein Europa-Labor zu kreieren. Und im Sog dieser Kreation wird dann auch die größte und faszinierendste Kreativagentur aller Zeiten entstehen.Das wird sicher noch zwanzig Jahre dauern, aber bis dahin müssen wir eh noch arbeiten. Und uns gegenseitig Mut machen ;)

Frank Kaulen

08.09.2011 08:24 Antworten

Ich kann Herrn von Lobenstein in seiner Betrachtung nur recht geben.Viele Marketer vergessen über den ganzen Social Media-"Wahn" die Identität ihrer Marke und die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe. Den Blick primär auf die Wettbewerber zu richten, ist in diesem Fall nur bedingt zielführend. Allerdings ist diese Verhaltensweise keine neue Zeiterscheinung.

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