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Ein Rückruf für Herrn Jörges beim Stern

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Lieber Herr Jörges,

Ich freue mich eigentlich immer auf Donnerstag. Dann gibt es nämlich den STERN und mit ihm kommt der Zwischenruf von Ihnen. Von Guttenberg bis Sarrazin, von Bankenwelt bis EU – schlau, frisch, knackig formuliert. Auf einer Seite klare Kante, ohne dabei den Blick aufs Gegenargument zu verlieren. Diese Woche haben Sie sich Facebook zur Brust genommen: “Datenmoloch”, “Tummelplatz für Geheimdienste”, “dunkle, bedrohliche Macht”, “Imperium mit Totalitätsanspruch” usw. – keines der vielbenutzten Klischees wurde ausgelassen. Und die klare Konsequenz: “Raus aus Facebook”. Nun hätte ich es mir gleich aus drei Gründen einfach machen und den Zwischenruf als einmaligen Ausreißer beiseite legen können:

  • Stand heute, Freitag, 9 Uhr, haben Sie selbst Ihren Facebook-Account noch nicht gekündigt. Da liegt einem der Satz mit dem Wein, den einer predigt dann schnell auf der Zunge angesichts scheinbar nicht ganz gelungener Selbstüberzeugung.


  • Es ist nur ein kleiner Satz am Ende: “Andere Medien werden an den Rand gedrückt, für sie bleibt kaum noch Zeit.” Aber er macht aus einer scheinbaren Brandrede das laute Pfeifen des kleinen Jungen Print im dunklen Wald. Angst, das bald keiner mehr den geschriebenen Jörges liest? Unnötig, aber alsTriebfeder für diesen Zwischenruf wenigstens menschlich verständlich. Und außerdem schön eingereiht ins allgemeine Angstpfeifen insbesondere der gedruckten Medienwelt.


  • Gerade gestern 60 geworden (Glückwunsch nachträglich!) sind Sie sicher nicht das, was man einen Digital Native nennt, also einer, der z.B. mit eben solchen Social Media-Plattformen aufgewachsen ist. Nun ist das sicher keine Grundvoraussetzung, um sich ein Urteil über Facebook zu bilden. Die Chance, daß dabei der Eindruck entsteht, hier urteile der Farbenblinde über die Farben, ist allerdings groß.


Wie gesagt: Damit hätte man es bewenden lassen und Ihren Zwischenruf in die Ablage “Ein bißchen Schwund ist immer” packen können. Schließlich steht in Ihren Zeilen nichts, was nicht schon 1000x woanders über Facebook und Social Media geschrieben wurde (okay, der Bezug zum Börsengang ist neu, aber Ihrer Logik nach ist Facebook ja heute schon die Inkarnation des Bösen. Und das läßt sich auch durch 10 Mrd. nicht noch steigern, oder?). Nur sind Sie eben nicht irgend jemand, sondern einer der einflussreichsten Kommentatoren des Zeitgeschehens in diesem Land. Und da hätte ich mich dann doch über eine etwas differenziertere Sicht gefreut, wie z.B.:

  • Die Sicht aus der Sicherheitsbrille: Datensicherheitsprobleme? Natürlich glaube ich nicht alles, was Facebook erzählt. Und natürlich sind meine Daten für Facebook eine Kapitalanlage. Aber bisher war es noch immer so, daß bei groben Facebook-Fouls die digitalen Schiedrichter  da draußen laut genug gepfiffen haben. So auch jetzt wieder. Die Nummer mit den Cookies funktionierte nicht einmal eine Woche lang unbemerkt. Und prompt gelobte Facebook Besserung für die Zukunft, sprich eine technische Lösung des Problems. Im Netz bleibt nichts verborgen. Auch Big Brother Facebook und Big Sister Google können nur bedingt im Trüben fischen. Bis heute zumindestens ist mein Glaube daran ungebrochen daß die Netz-Bürger (und nicht etwa die Politik) am Ende für digitale Ordnung sorgen. Genau jene Netz-Bürger, die auf der anderen Seite meine digitale Existenz seit Jahren mit immer neuen Denkanstößen, Diskussionen, Erheiterungen bereichern. Genau die Netzbürger, die ich erst hier im Digitalen getroffen und schätzen gelernt habe. Übrigens: Zum Spionieren braucht man nicht die einschlägigen Geheimdienste bemühen. Ein Gang zur Henri-Nannen-Schule reicht. Dort werden jedem angehenden Gruner&Jahr-Journalisten heute die Tricks einer erfolgreichen Recherche auf Facebook beigebracht.


  • Die Sicht junger Nutzer: Die Wissenschaftlerinnen Danah Boyd und Alice Marwick haben 163 Teenager in den USA zum Thema Privatsphäre befragt und wie sie sie schützen. Zitat aus einem ZEIT-Artikel (www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-09/studie-jugendliche-privatsphaere) zur Studie: “Privat sind für sie ihre Gedanken und Gefühle. Selbst das eigene Zimmer wird nicht unbedingt als Rückzugsraum angesehen. Schließlich dringen die Eltern dort immer wieder ein. Allein und damit privat fühlen sich viele Jugendlich laut der Studie daher vor allem dort, wo die Eltern nicht sind”. Deshalb der Sturm in die Netze. Aber eben nicht als Strom digitaler Lemminge in den Überwachungsstaat. Sondern überlegt und klar. Zitat einer Teilnehmerin: “Wir erzählen ja nicht allen jedes Detail unseres Lebens. Wir teilen ihnen nur allgemeine Informationen mit – Namen, Orte, was wir gerne machen.” Und sie vertrauen weniger der Aufrichtigkeit von Facebook, als vielmehr ihrem Talent, Botschaften so zu kodieren, daß nur die sie entschlüsseln können, für die sie bestimmt sind.“Nur wer sich mitteilt, so Boyd und Marwick (hier der Link zum Runterladen der kompletten Studie: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1925128) ist in dem sozialen Netzwerk präsent. Und nur wer präsent ist, kann das finden, was Menschen in sozialen Beziehungen zumeist suchen: Anerkennung”. Das gilt insbesondere für Teenager. Teenager sind doch gar nicht in der Lage, das Große und Ganze zu überblicken? Doch, Herr Jörges. Nicht immer in jedem Detail und nicht immer in den großen Zusammenhängen vielleicht. Aber die Teenager, die ich kenne (2 davon sind meine Töchter) überblicken sehr wohl, was sie preisgeben wollen und was nicht. Ihre digitale Existenz ist ein Ergebnis bewußter Entscheidungen unter Inkaufnahme der damit verbundenen Risiken. Reaktion auf meine gelegentlichen kritischen Hinweise? “Ach Papa, das wissen wir doch alles. Das, was wir über uns veröffentlichen darf jeder sehen”.


  • Die Sicht der Print-Medien: Eine ganze Reihe von Gruner&Jahr-Titeln hat eine Facebook-Präsenz. Warum? Weil es eine gute Möglichkeit ist, redaktionelle Inhalte an ein Publikum auszuspielen, daß bei genug Qualität der Einzelbeiträge beim nächsten Mal vielleicht das Gesamtwerk gedruckt kauft. Außerdem lässt sich die Facebook-Community durchaus willig in redaktionelle Arbeit mit einbinden. Essen&Trinken ist da nur ein Beispiel eines Titels, der sich einer lebhaft interagierenden Facebook-Community erfreut. Angst davor, sich dem “Datenmoloch” Facebook an den Hals zu werfen? Nicht wirklich. Ganz im Gegenteil. Ob die Ihren Abgangsbefehl so gerne lesen und so sachdienlich finden? Und das die schöne, gedruckte Medienwelt bis heute noch keine Antwort, kein nachhaltiges Modell gefunden hat, in und mit dem Digitalen Geld zu verdienen, können Sie schwerlich Facebook ankreiden. Wirklich intelligente Verknüpfungen von Printtiteln mit Facebook eröffnen neue Wege, Qualitätsjournalismus zu verbreiten. Der medienwirksame Ruf nach dem Kollektivausstieg tut dies sicher nicht.


  • Die Sicht der Marken: Für Marken ist Facebook nach wie vor ein Auswärtsspiel. Nicht sie diktieren die Regeln, sondern die, die vor ihnen da waren, ihre Kunden.  Die Facebook-Bürger liken gerne Marken. Und disliken sie genauso schnell wieder. Nur wenn Marken in der Lage sind, einen wirklich relevanten Beitrag zu leisten, werden sie in der Freundesliste dauerhaft aufgenommen. Was relevant ist, darüber entscheiden die User und nicht die Marken. Und daran ändert auch eine noch so lückenlose Datenmenge nichts. Auf meinen Hinweis mit den Daten und der Werbung und den dann aufdringlichen Marken kommt z.B. von meinen Töchtern ein schulterzuckendes “Nur weil sie uns kennen, werden wir sie nicht kaufen. Wenn sie uns aber einen guten Grund liefern, dann war es doch gut, das wir sie kennengelernt haben”. Teenager-Logik beats Werber-Papi.


Und meine eigene Sicht? Ganz einfach: Ich gehöre zu den Nutzern, die tatsächlich Informationen freiwillig an Facebook ausliefern.  Ich poste, schreibe, kommentiere das, was ich will. Nichts davon will ich für mich behalten. Setzt sich aus den digitalen Lobenstein-Fragmenten irgendwann für irgendjemand ein komplettes Lobenstein-Bild zusammen? Na hoffentlich! Denn das hieße, das ich in meinen digitalen Äußerungen ein stimmiges Bild von mir abgegeben habe und Menschen und Marken, die mit mir auf diesen Plattformen kommunizieren wollen dies aus den richtigen Gründen tun. Aufgabe von Autonomie?  Meine Autonomie wird nicht beschränkt, zumindestens empfinde ich es so. Ich kann in meiner kleinen Community willkommen heißen, wen ich will und ablehnen, wen ich will. Auch Marken. Ich kann entscheiden, welche Menschen alles von mir zu sehen bekommen. Und welche nur Ausschnitte.

Eine Klarstellung am Ende: Facebook ist nicht mein Kunde und auch sonst verbinden mich mit der Plattform keinerlei finanzielle Interessen, außer das ich unseren Kunden oft und mit gutem Gewissen empfehle, Facebook für ihre Markenbotschaften zu nutzen. Ich bin einfach nur einer von 800 Mio. Usern. Und als solcher an einer fairen Darstellung der Chancen und Risiken der Plattform interessiert. Ich verschließe meine Augen nicht vor den Risiken. Aber wenn Sie darüber schreiben, dann bitte auch über die Chancen. Zugegeben, meine Darstellung wäre zu lang für Ihre Seite gewesen. Aber sie stattdessen nur mit einseitig Altbekanntem in neuer Rhetorik zu füllen, ist mir in diesem Fall zu wenig. Sie wollen Facebook durch Massenflucht abschaffen? Das wird selbst Ihnen nicht gelingen. Den Kampf gegen Datenmißbrauch u.ä.  gewinnen Sie nicht, indem Sie nicht mehr teilnehmen. Sondern durch Mitmachen, Mitposten, Mitbloggen. Auf Facebook und für alle zum Mitlesen. Denn Facebook ist am Ende das, was wir daraus machen.

Herzliche Grüße aus Berlin

Hubertus von Lobenstein


48 Kommentare

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09.12.2011 17:00 Antworten

"Für Marken ist Facebook nach wie vor ein Auswärtsspiel. Nicht sie diktieren die Regeln, sondern die, die vor ihnen da waren, ihre Kunden." Zunächst mal diktiert facebook die Regeln. Dass Kunden den Markt bestimmen ist kein Phänomen des Web 2.0s, sondern seit den 70ern der Fall (vgl. Nachfrager-Markt). Daher ist hier kein Paradigmenwechsel eingetreten, sondern das ist einfach Marketing in neuer Dimension. Der Ort ist eben ein anderer – man wirbt nicht mehr auf dem Plakat, sondern in der Privatsphäre des Kunden. Dass man da anders agieren muss, nämlich persönlicher und kontaktfreudiger, dass ist die Erkenntnis, mit der man fortan Social Marketing zu betreiben hat. "Die Facebook-Bürger liken gerne Marken." Auch das ist keine Neuigkeit. Weil nämlich offline auch seit Jahrzehnten Marken identifikationsstiftend sind. Ich fühle mich wohl mit meinem Starbucks-Becher auf dem Ku’damm, also kommt auch ein Like und Share von Starbucks-Facebook-Inhalten bei meinen Freunden gut an. Zusätzlicher Aspekt: Es gibt die Möglichkeit, exklusiv an Rabatte und Geschenke zu kommen. #1 Treiber und Erwartung von Kunden an facebook-Pages, wie Analysen zeigen. "Und disliken sie genauso schnell wieder." Höchstens mental. Die Aussage kann ich persönlich so nicht nachempfinden. Das empirisch zu beweisen halte ich auch für unmöglich. "Nur wenn Marken in der Lage sind, einen wirklich relevanten Beitrag zu leisten, werden sie in der Freundesliste dauerhaft aufgenommen. Was relevant ist, darüber entscheiden die User und nicht die Marken." Und auch das ist doch schon immer so gewesen. Nur mit einem entscheidenen Unterschied. Früher konntest du immer noch Kacke verkaufen, solang ein Markenname draufstand. Heute erkennen Kunden mit Hilfe von facebook und Co. sehr viel schneller, wenn auch Kacke drin ist. Die Transparenz hat maßgeblich zugenommen, die Kraft des Kunden als organisierte Masse wird gefährlicher für Marken – oder eben, im positiven Fall, zum Multiplikator, wie die Beispiele Apple oder Starbucks eindrucksvoll beweisen. Facebook macht es am Ende aber sehr viel einfacher, diese Prozesse zu analysieren. Hier ist erstens jeder und zweitens äußert man sich, s.o. freizügig: Was mag ich? Was mag ich nicht? Das macht es Marken so einfach, nachzuvollziehen, wer wann was will, und warum. Aber da ist facebook nicht allein – Google weiß das auch, Amazon zum Teil. Times are changing these days…

Rulf Neigenfind

09.12.2011 13:57 Antworten

@alexander""facebook-Revolution in Nordafrika"Bei uns in Frankreich wurde von "Twitter-Revolution" gesprochen und dabei übersehen, dass es vielleicht gerade mal eine "SMS-Revolution" war, also auf einer Technologie basierte, die schon ewig vor Facebook und Twitter existierte. Ganz abgesehen davon, dass die post-revolutionäre Machtergreifung der Islamisten weder fortschrittlich noch positiv noch weltbewegend noch besonders interessant ist.

alexander wallasch

09.12.2011 12:17 Antworten

@Rulf "Möge mir doch jemand ein einziges Beispiel für etwas Fortschrittliches, Positives, Weltbewegendes oder auch nur Interessantes nennen, das es ohne Facebook nicht gegeben hätte. " Exakt! Und warte mal, da tönt gleich jemand vollmundig und erzählt Ihnen was von der "facebook-Revolution in Nordafrika". So sind die Leute heute. Vorneweg die abhängigen FB Veteranen, die schweißnasse Hände bekommen, wenn sie den Sonnenuntergang mal ohne Posting überstehen müssen. Und zum Blog hier: am Ende heißt es dann a la Facebook: Die Kommentarmenge rechfertigt den Inhalt. Never!

Rulf Neigenfind

09.12.2011 12:04 Antworten

Mich amüsiert es immer wieder, wie sich die Seelen in meiner alten Heimat wegen Second Life/MySpace/Google/Twitter/Facebook [Nichtzutreffendes streichen] echauffieren können. Möge mir doch jemand ein einziges Beispiel für etwas Fortschrittliches, Positives, Weltbewegendes oder auch nur Interessantes nennen, das es ohne Facebook nicht gegeben hätte. Dann diskutieren wir weiter.

michkon

09.12.2011 10:55 Antworten

Herzlichen Dank. Treffender kann man es nicht formulieren. Mich wundert immer die Angst vor der Datensammelei bei Facebook. Das tun so viele andere so viel intensiver: Banken, Kreditkartenunternehmen, Payback & Co., Telcos – und auch die Behörden. Und natürlich auch die Anzeigenprovider von STERN online etc. Davon ist dann aber nicht die Rede, Facebook als Buhmann ist nur allzu bequem. (Ist da nicht ein dummer Bengel der Chef?)

Bernd Kreutz

09.12.2011 10:50 Antworten

Sehr geehrter Herr von Lobenstein, Ihr Beitrag in Ehren. Aber hätten Sie die Kommentare von Herrn Jörges zum Finanzmarkt mit derselben Aufmerksamkeit wie den über Facebook gelesen, dann wüssten Sie längst, das dieser Mann für fundierte Sachargumente nicht zugänglich ist. Ich bin ihm auch lange genug auf den Leim gegangen. Neuerdings führt er in Talkshows so penetrant diverse Brillenmodelle vor, dass ich mich schon genötigt sah, die Mediaunterlagen des STERN auf Crosspromotion-Angebote zu durchforsten. Im Übrigen scheint Herr Jörges nicht mal seine Rolle als Angestellter des Bertelsmann-Konzerns durchschaut zu haben. Trotzdem Danke für die Lektüre und den Anstoß zum Nachdenken.

Ralf Becker

09.12.2011 10:35 Antworten

Herr von Lobenstein, Sie sprechen mir aus der Seele. Danke für diese klaren Worte!

Alexander Wallasch

09.12.2011 10:26 Antworten

also Hubertus ;) ) – ne ne – es geht ja nicht darum sich über irgendetwas zu einigen. Ganz im Gegenteil. Wir müssen hier ja keine gemeinsame politische Entscheidung fällen. Es geht schlicht darum, im Diskurs zu bleiben. Argumente auszutauschen und womöglich offen zu bleiben für eine kritische Analyse des eigenen Standpunktes. so ein Diskurs endet im positiven Falle nie. Warum auch? Das leben geht weiter. Und auch das private Imperium des Sugarboys entwickelt sich weiter. Deine Haltung ist höflich formuliert. aber es bleibt eine "Basta"-Haltung die dann leider auch Rückschlüsse zulässt. Und neue Fragen stellt, die Di aus der Diskussion nimmst. Basta.

Heike Rost

09.12.2011 10:20 Antworten

Wenn die "gleichen Argumente" wenigstens bei denen Gehör fänden, die nur auf die Risiken schauen und danach handeln! Stattdessen sinnfreie Äußerungen zum Internet als Mittel der Radikalisierung und daraus resultierend der strikten Kontrollbedürftigkeit – ein Argument, mit dem man ohne Weiteres auch "Bildung" als solches verteufeln könnte. Oder auch dermaßen dämliche Argumente in Sachen Breitbandnetz, dass einem die Spucke wegbleibt. Nachzulesen u.a. hier: http://ichsagmal.com/2011/12/07/breitband-ausbau-zum-herunterladen-von-pornos-warum-wir-in-deutschland-kein-schnelles-internet-bekommen/ (Schade, dass die immensen Chancen für eine Gesellschaft von Mobilität über Kosten bis Umweltschutz dabei komplett auf der Strecke bleiben.)

Christian

09.12.2011 10:12 Antworten

Chapeau! Sehr schön geschrieben.

hubertus von lobenstein

09.12.2011 10:06 Antworten

Lieber Alex,bei diesem Thema werden wir uns ausnahmsweise nicht mehr einigen Ja, es sind die gleichen Argumente. Die sind aus meiner Sicht einfach nach wie vor valide.Und ja, der Beitrag ist dezent zu lang geraten…LG.

Alexander Wallasch

09.12.2011 10:04 Antworten

also wirklich ärgerlich. Selbst beim zweiten lesen. kein einziges Neues Argument dazugekommen. Nur meine direkte Widerrede liegt nun einen Kilometer weit entfernt.

Christoph Sold

09.12.2011 10:00 Antworten

Wunderbare Replik, Herr von Lobenstein. Nur zu kurz gesprungen: wo bitte bleibt in Ihrer schönrednerischen Betrachtung der "Like"-Button, der auf _jeder_ Webseite meine Präsenz an Facebook ausplaudert, auch wenn ich ihn nicht anklicke? (Siehe c’t: http://heise.de/-1333879 .)Wäre Facebook so, wie Sie das darstellen, könnte man damit Leben. Sind sie aber nicht.

Alexander Wallasch

09.12.2011 09:56 Antworten

Ja, Wasser auf meine Mühlen. Danke Herr Jörges. der Mann hat ja recht. Und die Länge Deiner Erwiderung lieber Hubertus gibt ihm ja auch ein weiteres Stückweit recht. Was mich aber fast ein bisschen ärgert, ist die fehlende Kontinuität. Denn eben genau diese Dikussion hatten wir hier öffentlich bereits. Darauf hättest Du Dich doch rückbeziehen können. Ach Quatsch: MÜSSEN! Die selben Argumente wie gehabt. Das ist doch eine Litanei, was Du da gemacht hast.

Norbert Hiller

09.12.2011 09:52 Antworten

Kompliment – ein brilliantes Stück!!

Anja Bonelli

09.12.2011 09:24 Antworten

Vielen Dank! Auch mich stößt das ewige Gejammere auf die diversen Datenkraken auf. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Und wenn Herr Jörges zu viel Angst vor fb & Co hat, dann sollte er es schleunigst verlassen. Etwas mehr Reflektion hätte ich ihm jedoch schon zugetraut und damit verbunden die Tatsache, dass das, was man von sich freiwillig preisgibt, auch preisgeben möchte.

Heike Rost

09.12.2011 09:06 Antworten

Danke. Die unreflektierte und undifferenzierte Haltung zur 2.0-Welt geht mir seit geraumer Zeit auf die Nerven. Vor allem deswegen, weil sie ein merkwürdiges Verständnis von Gesellschaft an sich offenbart. "Gesellschaft" ist nie anderswo oder in einem Paralleluniversum, ist nie "die anderen". Gesellschaft, das sind immer diejenigen, die Risiken und Chancen gegeneinander abwägen, die sich aktiv daran beteiligen und dadurch eine Gesellschaft formen und verändern. Wir sind mittendrin – und sollten gestalten, anstatt zu jammern.

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