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Die 8 NEIN`s des Agenturerfolgs.

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(Quelle: flickr.com/photos/christianmlau)

Es hat 40 Jahre gedauert, bis 50 Mio. Menschen Radio gehört haben. Es hat 10 Jahre gedauert, bis 50 Mio. Menschen ferngesehen haben. Es hat 5 Jahre gedauert, bis 50 Mio. Menschen per iPod Musik gehört haben. Es hat 6 Monate gedauert, bis 50 Mio. Menschen Youtube-Videos geschaut haben. Es hat 88 Tage gedauert, bis 50 Mio. Menschen auf Google+ ihren Account eingerichtet hatten….

Die Zeiten langsamer Entwicklungen sind vorbei. Jeden Tag erfreut uns die Medienrealität mit neuen Herausforderungen, neuen Ideen, neuen Erfahrungen. Und wir kommen nicht darum herum, sie anzunehmen, uns mit Ihnen zu beschäftigen, sie zu machen. Denn wie Jack Welsh, Manager-Ikone und Ex-Chef von GE so richtig feststellt: “If the rate of change on the outside exeeds the rate of change on the inside, the end is near!”

Mit all den uns scheinbar immer schneller treffenden Veränderungen und der Notwendigkeit, mit ihnen Schritt zu halten, sie sogar vorauszudenken, kommen Fragen. Fragen, die gerade für inhabergeführte Kommunikationsagenturen einer immer schnelleren Antwort bedürfen: Wie sieht das Modell meiner Agentur aus, mit der ich antreten will? Welche Talente brauche ich in meiner Mannschaft, um all diese Herausforderungen zu bestehen? Wie muß ich meine eigene Art zu arbeiten verändern, um die äußeren Veränderungen rechtzeitig zu erkennen? Welches Arbeitsumfeld muß ich meinen Mitabeitern dafür bieten? Für die Antworten zu diesen Fragen gibt es keine Nachschlagewerke, wenig Vorbilder, an die man sich halten kann. Stattdessen heißt es, sich auf sein eigenes Bauchgefühl zu verlassen. Und darauf zu hoffen, daß es funktioniert. Ergebnis: Tägliches Schwanken zwischen Hoffnung und Unsicherheit.

Die einfachste Antwort in Zeiten von Unsicherheit auf all diese Fragen ist immer “JA”: Ja, den Auftrag, den Kunden nehme ich auch noch an. Ja, die Disziplin addiere ich auch noch zu meiner Mannschaftsaufstellung. Ja, auf diese Mitarbeiterbefindlichkeit nehme ich auch noch Rücksicht…..usw. usw. Viel schwerer fällt das “NEIN”. Denn jedes “NEIN” bedeutet ja, etwas auszulassen, es nicht zu machen. Habe ich da nicht vielleicht die entscheidende Chance durch “NEIN” verpasst? Und gerade deshalb ist “Nein” so wichtig. Viel wichtiger als “JA”. Denn es fokussiert, macht erkennbar, sorgt für Eindeutigkeit und Klarheit. Hier deshalb mal 8 aus meiner Sicht wichtige “NEINS” für den Erfolg von Kommunikationsagenturen:

  1. NEIN, für diesen Kunden sind wir nicht die richtige Agentur.
  2. NEIN, für diese Aufgabe haben wir nicht die richtigen Talente/das richtige Know How, um sie optimal zu betreuen.
  3. NEIN, diese Disziplin werden wir nicht zu unserem Angebot dazuaddieren.
  4. NEIN, das ist noch nicht gut genug. Mach es noch einmal.
  5. NEIN, zu unserem Agenturgesetz gibt es keinen Kompromiß. Nicht für die Inhaber. Nicht für die Mitarbeiter.
  6. NEIN, zu unserem Glauben, was Marken erfolgreich macht, gibt es keinen Kompromiß. Aber viele Belege für die Richtigkeit.
  7. NEIN, wir werden unseren Markenkern nicht verwässern. Auch nicht temporär.
  8. NEIN, wir werden unser langfristiges Ziel nicht aus den Augen verlieren, egal wie groß die aktuelle Versuchung auch ist.


Zu diesen 8 “Neins” gibt es ein klares “JA” bei Aimaq von Lobenstein. Sie durchzuhalten fällt schwer, die Versuchung, zu schummeln, lauert täglich und bei jedem Job. Nur: Ohne Konsequenz beim “NEIN” gibt es langfristig auch kein JA beim Erfolg der Agenturmarke.  


7 Kommentare

Alexander

21.03.2012 17:02 Antworten

hmmm -ich würde sagen, Du beschreibst eine untaugliche Agentur. Wenn mir der Dönermann kein Döner gibt, geh ich nach nebenan. Gibt ja genug davon. Und wenn der normale Angestelte zu viel zu tun hat, wird er logischerweise nicht überall nein sagen – soweit das überhaupt in seiner Kompetenz liegt – sonst lege er ja nur auf der faulen Haut. Es kann also nicht wie Du schreibst der "Agenturalltag" sein. Oder wie Ahmadinedschad zu Kleber gesagt hat: "Bleiben wir doch bei der Logik" ;)

Tim Keil

21.03.2012 16:55 Antworten

@Alexander: Ich glaube nicht nur, dass das vorkommt. Ich weiß es aus Gesprächen mit Kunden und Kollegen.Verstärkt in größeren Agenturen (geschätzt ab 120 Leute aufwärts). Denn da nimmt eben nicht mehr vorrangig die Geschäftsführung die Aufträge an oder stimmt jeden neuen Auftrag mit den Unitleitern ab. Klar schaut ein Geschäftsführer, ob und wie er mit einem Auftrag Geld verdienen kann. Und der Unitleiter denkt an seine Prämie.Aber der normale Angestellte hat ja so oder so genug zu tun. Im Zweifelsfall zu viel. Er verdient nicht mehr, wenn er sich noch mehr Arbeit aufhalst. (Karrieretechnisch ist das sicherlich eine nicht besonders erfolgsversprechende Strategie.). Da kann so eine NEIN-Fixierung auch schnell mal falsch verstanden werden. Und dem gilt es vorzubeugen. Deswegen meine Anmerkung mit dem konstruktiven NEIN oder dem NEIN, weil…, wie miss.germany richtig angemerkt hat.

miss.germany

21.03.2012 11:31 Antworten

Ich finde den Ansatz der "8 NEINS" genial – weil er für unser Leben um eine Komponente der Konsequenz erweitert. Das macht uns in unserer Ar(bei)t gradliniger. Zielstrebiger. Glaubwürdiger. Effizienter. Es befreit uns von den Fesseln unzähliger Kompromisse, die uns ausbremsen.Ich werde den Gedanken adoptieren, wenn Du erlaubst.Und als überzeugter Anhänger des Konstruktiven für mich ein wenig erweitern – um den Passus "Nein, weil…".Verbunden mit einer klaren Ansage, welche Änderung ggf aus dem Nein ein Ja machen könnte. Lässt sich das dann umsetzen: perfekt. Falls nicht: cut. Aber ich behalte die Zügel in der Hand. Tolle Idee. Danke für die Inspiration.

samkaro

21.03.2012 07:13 Antworten

Es geht doch nicht darum sich um Arbeit zu drücken, In den USA haben wir das NEIN beim Kunden immer dann benutzt wenn wir wussten es geht so nicht. Hier geht es nicht um einen Egotrip, aber der Kunde hired Experten weil er es in erster Linie nicht kann, also soll er sich dann auch dem Rat des Experten annehmen. Als ich nach Deutschland kam war es ein wahrer Kulturschock WIE negativ ein NEIN gesehen wird. Für mich bis heute noch unakzeptable. Klar ist der Kunde König, aber er muss uns auch die Möglichkeit geben Ihn dazu zu machen.

Alexander

21.03.2012 06:22 Antworten

TimK – sich vor arbeit drücken, wo verdient werden muss? ich glaube ehrlich, das Problem gibt es nicht. Es gibt Migräne, wenn deine Frau wieder nicht will, es gibt ein HIn- und Hergeschiebe innerhalb der Units, aber zwischen Kunde und Agentur ein "Nein" als Ausrede um sich vor Arbeit zu drücken? No.

Tim Keil

20.03.2012 21:30 Antworten

Grundsätzliche Zustimmung. Allerdings gibt es im Agenturalltag auch einen Haken: Das NEIN kann schnell als Ausrede benutzt werden, um sich vor Arbeit zu drücken. Und als Agentur wird man dann aus Kundensicht auch ganz schnell in die NEIN-Schublade gesteckt. Ich höre das oft, wenn ich mich mit Leuten unterhalte, die auf Kundenseite mit Agenturen zu tun haben. Da muss man auf den Führungsebenen echt aufpassen. Konstruktiv NEIN sagen does the trick. Kunden ggf. auch Alternativen aufzeigen, andere Angebote machen, bei der Suche nach einem passenden Partner für einen bestimmten Job helfen. Das hinterlässt meistens einen bleibenden Eindruck.

Alex

20.03.2012 12:43 Antworten

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