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Deichmann, Thomas Strerath und die Dakota-Indianer

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(Quelle: Fotograf Günter Rolf)

Bei den Dakota-Indianern galt eine einfache, wie sinnvolle Regel: “Wenn du ein totes Pferd reitest, solltest du absteigen”.
Im Markengeschäft galt mal eine einfache, wie sinnvolle Regel: “Gute Markenarbeit kostet gutes Geld. Auch in Pitch-Situationen”.

Heute gelten im Dakota- und Markenland offenbar andere Regeln:

  1. “Wenn du ein totes Pferd weiterreitest, dann gewinnst du wenigstens das Tote-Pferde-Rennen”. Oder anders ausgedrückt: “Da es auch bei dieser Billigheimer-Anfrage bestimmt wieder genug Verzweifelte gibt, die mitmachen, bleibt meiner Agentur ja gar nichts anderes übrig, als auch mitzumachen”.
  2. “Ob ein Pferd wirklich tot ist, ist eine Auslegungssache”. Oder anders gesagt: “Okay, kein Pitch-Honorar, alle Rechte abtreten usw. Aber der Marketingleiter hat uns bei der Agenturvorstellung so zugezwinkert, der ist echt heiß darauf, mit uns zu arbeiten. Da können wir die Bedingungen getrost annehmen”.
  3. “Wenn du ein totes Pferd reitest, erkläre es einfach zum einzig möglichen Fortbewegungsmittel”. Oder anders gesagt: “Der Kollege XY hat mir gerade auf dem Branchentreff wieder erzählt, das sie als einzige standhaft bleiben wollten. Und dann hat ihm der Kunde erzählt, das alle anderen großen Namen alle umsonst beim Pitch mitmachen (wahlweise: sich auf die Knebel-Konditionen des Einkaufs einlassen). Das scheint mittlerweile Standard zu sein”.
  4. “Wenn du ein totes Pferd reitest, reite weiter und beschuldige dabei die Eltern des Pferdes”. Oder anders gesagt: “Wir würden ja gern standhaft bleiben. Aber der Druck aus dem Network (wahlweise: vom Inhaber, dem CEO, dem CFO) ist so brutal, da müssen wir jede Chance wahrnehmen”.
  5. “Wenn du ein totes Pferd reitest, sag einfach, daß dein Stamm Pferde schon immer so geritten hat”. Oder anders ausgedrückt: “Ich laß mir doch mein Geschäftsjahr (bzw. die Rettung desselben) nicht durch irgendwelche falsch verstandene Branchensolidarität kaputt machen. Hier entscheide immer noch ich, wo wir antreten und zu welchen Konditionen”.


So oder so ähnlich hört sich das seit Jahren an im Marken- und Agenturenland. Gesprochen von den kleinen und großen, den nationalen und Internationalen, den berühmten und weniger berühmten Agenturen. Natürlich nie öffentlich, sondern immer nur im vertrauten Gespräch. Öffentlich wird Solidarität gelobt, mit der Hand auf dem Herzen: “Deichmann-Anfrage? Hab ich sofort abgelehnt! Würden wir nie machen. Frechheit!! Wie kommen die bloß dazu…” Diesmal hat mein sehr geschätzter Kollege Thomas Strerath von Ogilvy es sogar richtig laut öffentlich gemacht, mit Boykottaufruf an den Facebook-Pinwänden der deutschen Agenturlandschaft und gut formuliertem Wutschaum vor dem Mund in der Fachpresse nach dem Motto “Steigt ab, das Pferd ist tot”. So laut war er, daß sich in diesem Fall vielleicht tatsächlich mal keiner mehr traut, sich trotzdem noch in den Sattel zu schwingen.

Nur: Langfristig ändern wird sich nichts. Gar nichts. Letztes Jahr konnten sich noch nicht einmal eine handvoll inhabergeführte Agenturen nach einem Tote-Pferde-Rennen um einen Automobiletat auf eine gemeinsame Haltung für die Zukunft, eine Erklärung, der andere dann hätten beitreten können, einigen. Gründe? Siehe oben. Dieses Jahr heißt das öffentlichste tote Pferd jetzt Deichmann. Und riecht genauso verwest, wie all die anderen, viel zuvielen toten Pferde, auf denen gerade im Verborgenen herumgeritten wird. Aber selbst in der Herde stinken tote Pferde offensichtlich immer noch nicht abstoßend genug, um nicht doch noch einen Reiter zu finden.

Deshalb, lieber Thomas, danke fürs Wutgeheul. Aber bitte jetzt nicht wieder der übliche Ruf nach gemeinsamem Handeln. Solidarität unter Agenturen? Ich war selbst an insgesamt 4 größeren Versuchen beteiligt, sie herzustellen. Ergebnis? Null. Ich bin an der Stelle seit Jahren deshalb nur noch mir selbst und den Marken verpflichtet, für die ich arbeite. Und ich finde das Reiten von toten Pferden (und das Organisieren von Tote-Pferde-Rennen!!) nun mal abstoßend. Aber das ist meine Meinung. Und andere von meiner Meinung zu überzeugen habe ich aufgegeben. Mir reicht es, selbst Dakota-indianer bleiben zu können. Und die sind von toten Pferden eben abgestiegen. Wer weiter auf ihnen herumreitet, ist selbst schuld.
   

 

27 Kommentare

RonAstoni

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Cathrin

18.04.2012 14:07 Antworten

Es ist wie mit der Musik. Das Ganze Dilemma fing an mit dem Ausspruch: for free.

Alex

17.04.2012 10:13 Antworten

Gut, alle einer Meinung – Aber jetzt auch mal Tacheles: Solidarität ist die eine Sache, Sie einzufordern auch. Aber wo sind denn die übergreifenden Orgas für diese geldsammlenden Einzelkämpfer der Branche? Wo sind zum Beispiel als erstes Indiz die Mitarbeitervertretungen innernhalb dieser erfolgsverwöhnten Unternehmen? Da ist nichts. Klar, es ist leicht, sich mal für eine Cannes-Rolle zusammenzuproseccoen – aber sonst merkt der Bär, das er am liebsten allein untern Honigbaum steht.

Karen Golz

17.04.2012 09:27 Antworten

Immer. ich betone: immer, wenn ich mich auch nur auf einen angeschossenen Zossen gesetzt habe, habe ich das scheiß Rennen verloren. Das Rennen lief in mir selber ab. Keiner hats gemerkt. Ok. Aber das Gefühl ist zu doof, als dass ich es jemals wieder fühlen möchte. Bleibt stark!!

Matthias Heft

17.04.2012 09:04 Antworten

Agenturen stehen auf tote Pferde. Sie sind geradezu geil auf tote Mähren. Wie anders könnte man es sich erklären, dass vor ein paar Jahren die Agentur eines GWA-Vorsitzenden aus Hamburg einem meiner Kunden unaufgefordert, ungebrieft und natürlich unentgeltlich fertige Anzeigenlayouts ins Haus schickt? So lange die Branche sich so dämlich verhält, braucht niemand mehr zu jammern. Welcher Rechtsanwalt verschickt denn unaufgefordert juristische Empfehlungen? Happy Dead Horse Day!

MMaschmann

17.04.2012 08:51 Antworten

Lieber Hubertus,das kann ich sehr gut nachvollziehen. Deswegen finde ich es ja auch richtig, dass jeder für sich entscheiden muss, ob er mitreitet. Oder eben nicht. Und wenn das langfristig zur Trennung von Spreu vom Weizen führt, kann es ja nur recht sein.Viele Grüße, Matthias

SkyRocketMan

17.04.2012 08:23 Antworten

Agenturen brauchen ein anderes Geschäftsmodell. Sie sollten nicht für ihre Zeit bezahlt werden, sondern für das positive Resultat. Je besser das Resultat, desto höher die Entlohnung. Das würde solchen Pitch-Rundumschlägen das Wasser abgraben.Natürlich wird es schwierig, das Resultat zu messen und dementsprechend zu vergüten. Bin gespannt, ob die Kunden da mitspielen. Dennoch wäre die Herangehensweise eine andere, meiner Meinung nach. Und warum die Kreativität nicht mal auf das Geschäftsmodell anwenden? http://www.180360720.no/index.php/archive/the-creative-business-problem/

Triabadi Schmidt

17.04.2012 08:19 Antworten

…da bleibt nur zu sagen: Applaus auch von der Kundenseite!

hubertus von lobenstein

17.04.2012 08:14 Antworten

Lieber Alex, wir beide und unterwerfen? Niemals!….In diesem Sinne schöne Restwoche!! Hubertus.

hubertus von lobenstein

17.04.2012 08:13 Antworten

Lieber Matthias, danke für den Kommentar. Und Thomas hat mit seiner Aktion ja völlig recht. Ich glaube nur nicht mehr an "gemeinsame Initiativen". Und schon gar nicht an Haltungsänderung. Nicht auf Kundenseite. Und nicht auf Agenturseite. Diejenigen, die nach wie vor daran glauben, daß unsere Arbeit was wert ist, werden auch in Zukunft Qualität abliefern. Und dafür vom Kunden angemessen bezahlt werden. Die anderen nicht! Gruß. Hubertus

MMaschmann

17.04.2012 08:01 Antworten

Hubertus, ich stimme zu, ein totes Pferd ist ein totes Pferd, ist ein totes Pferd. Und darauf kann man nicht gut reiten. Und ja, auch das stimmt aus meiner Sicht, jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er den Ritt trotzdem antritt. Daraus dann auch wie Thomas einen Aufruf an die Kollegen zu stricken, passt aber mehreren dann nicht so recht. Ich hingegen sehe schon einen Sinn und Zweck darin: einen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung. Und daraus kann sich langfristig schon auch Änderung ergeben.Gruß, Matthias

Alex

17.04.2012 07:35 Antworten

"Dreizehn Jahre später, ihre Dörfer waren vernichtet und ihre Büffel verschwunden, unterwarf sich die letzte Gruppe freier Sioux in Fort Robinson, Nebraska. Die großen Pferdeherden der Prärie waren untergegangen und der amerikanische Wilde Westen sollte bald Teil der Geschichte werden." thx Roninaus "Der mit dem Wolf tanzt,Hubertus, steif gegen den Wind und so satt gut abgeliefert!!! Hut ..ähhh Federschmuck ab mein Lieber!

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